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Bützow : Domizil für Steppkes bleibt geöffnet

vom

Die Kita Baumgarten könnte ab 1. Juli geschlossen werden. Die jetzige Trägerin, Cindy Zimmermann, hat den Betreibervertrag zum 30. Juni gekündigt. In der Gemeinde wurde deshalb nach einer Lösung für die Kita gesucht.

svz.de von
erstellt am 21.Feb.2012 | 11:15 Uhr

Baumgarten | Die Steppkes der Kindertagesstätte Baumgarten spielen gerade Stuhltanz. Jannis hat Geburtstag und deswegen sind die Mädchen und Jungen der Kita bei der "Reise nach Jerusalem" mit vollem Eifer dabei. Dass ihr Domizil ab 1. Juli geschlossen werde könnte, ist für sie, aber auch für ihre Eltern, undenkbar. Denn die jetzige Trägerin, Cindy Zimmermann, hat den Betreibervertrag zum 30. Juni gekündigt. Deswegen haben die Muttis und Vatis gemeinsam mit der Gemeinde nach einer Lösung gesucht.

"Entweder ist die Gemeinde ab 1. Juli der Träger der Kita oder ein Elternverein, in dem die Gemeinde eventuell auch Mitglied sein wird, wird die Trägerschaft übernehmen", erläutert Baumgartens Bürgermeisterin Astrid Peters.

Für sie kam das Aus der Kita ziemlich überraschend. "Frau Zimmermann wollte sogar neu bauen und hatte vor einigen Monaten noch einen Kaufantrag für ein Grundstück bei der Gemeinde gestellt", sagt die Bürgermeisterin. Die Gemeinde hatte 2003 die Kita an Cindy Zimmermann abgegeben. Allerdings mit der Maßgabe, dass im Haus saniert werde, so Peters. Dass nicht nur eine Sanierung sondern im Grunde ein kompletter Neubau dringend notwendig ist, weiß auch Cindy Zimmermann. "Das Gebäude wurde früher mit Asbestplatten gebaut und die Fenster sind einfach verglast, stammen noch aus DDR-Zeiten und verursachen somit hohe Heizkosten", erzählt die Noch-Kita-Leiterin. Deswegen habe sie vor knapp einem Jahr angefangen, die Kosten für einen Neubau zu prüfen. Allerdings mit ernüchterndem Ergebnis. "Der Betrag würde sich auf etwa 750 000 Euro belaufen", sagt sie. Für eine so hohe Summe einen Kredit aufzunehmen, sei sie nicht bereit gewesen. "Den würden noch meine Kinder bezahlen", sagt sie. Doch nicht nur der teure Neubau ist der Grund für die Kündigung. "Ich mag die Arbeit mit Kindern sehr, doch diese Tätigkeit fordert einen sehr", sagt Cindy Zimmermann. Sie möchte sich daher zunächst einmal eine Auszeit nehmen und dann beruflich umorientieren. Trotzdem glaubt sie, dass die Kita eine Zukunft hat. Auch sie sieht nach der Kündigung die beiden diskutierten Varianten: Übernahme durch die Gemeinde oder einen Elternverein mit Beteiligung der Gemeinde.

Wie auch Baumgartens Bürgermeisterin. Eine Kindertagesstätte sei zwar keine Pflichtaufgabe einer Gemeinde. Allerdings habe die Gemeinde eine moralische Verpflichtung, sagt Astrid Peters. Deswegen sei auch den Erzieherinnen das Okay gegeben worden, dass sie ab 1. Juli in der Baumgartener Einrichtung wieder angestellt werden. Auch die ideelle Bedeutung einer Kindereinrichtung für ein großes Dorf wie Baumgarten sei nicht zu unterschätzen. Einige der Eltern seien selbst schon in die Einrichtung gegangen und schicken nun ihre Kinder dorthin. "Die Kita hält uns auch die jungen Leute in der Gemeinde", weiß die Bürgermeisterin um deren Bedeutung.

Dazu gehören beispielsweise Katja Berndt und Thomas Balmer, der im Nachbarort mit seinem Bruder einen Sanitärbetrieb führt. Ihr fünfjähriger Sohn besucht die Vorschulgruppe der Kita. "Schade ist, dass wir erst vor knapp einem Monat von der Kündigung erfahren haben", erzählt die Mutter von zwei Kindern. Denn nun müsse in einer relativ kurzen Zeit alles für einen reibungslosen Übergang organisiert werden. "Gut ist, dass sich schon einige Eltern über die Gründung eines Elternvereins informiert haben", berichtet Katja Berndt. Ende Januar seien Muttis und Vatis zur Steinhagener Einrichtung, die durch einen Elternverein getragen wird, gefahren, und informierten sich über das Modell. Wichtig sei, so die Überlegung und Überzeugung der Eltern, der nahtlose Übergang auch deshalb, weil es derzeit äußerst schwierig sei, die Steppkes in anderen Einrichtungen unterzubringen. "Laut Aussage vom Amt gibt es nur noch Kita-Einzelplätze, aber eine vollständige Unterbringung der Kinder ist nicht möglich", sagt Bürgermeisterin Astrid Peters. Sie bekräftigt noch einmal: "Wenn beide Seiten, also Eltern und Gemeinde, ihre Ideen einbringen, dann kann es nur nach vorne gehen. Und das ist auch im Interesse der Kinder."

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