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Bützow : Diese Lehrjahre waren ganz sicher keine Herrenjahre

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Aus dem Schuhkarton Nummer 78: Heinrich Carl Kröplins Erinnerungen 2. Teil

Amtsrichter Paul Buschmann wunderte sich sehr, als sein Sohn Walter begeistert von der Begegnung mit Großherzog Friedrich Franz IV. erzählte. In seiner fast zwanzigjährigen Dienstzeit am Amtsgericht war der Großherzog in seiner Erinnerung erst einmal in Bützow gewesen. Das war 1912 anlässlich der Einweihung des restaurierten Schlosses. „Was mag wohl an der Herstellung von Barometern und Messgeräten so hochinteressant für den Großherzog gewesen sein?“, fragte sich der Amtsrichter. Es waren die unter strengster Geheimhaltung produzierten Höhen- und Tiefenmesser für Kampfflugzeuge beziehungsweise U-Boote in dem nun schon drei Jahre lang tobenden Weltkrieg.

Auf Geheimhaltung wurde in der Firma, die immer neue marktführende Erzeugnisse entwickelte, ohnehin allergrößter Wert gelegt. Selbst im Lehrvertrag war schon fettgedruckt verankert: „Der Lehrling darf die Geschäftsgeheimnisse des Lehrherrn ohne dessen Genehmigung außerhalb des Betriebes stehenden Personen nicht verraten.“ Bei Zuwiderhandlung wäre der Lehrvertrag fristlos aufgelöst worden. Und das wäre zu damaliger Zeit ein teurer Spaß gewesen: Vor 1918 hätten die Eltern im ersten Lehrjahr 100 Mark, im zweiten 200 Mark und im dritten 300 Mark an die Firma als Sanktion bezahlen müssen. Ein Blick in den 1908 zwischen der Firma H.C. Kröplin und dem gerade erst 14 Jahre alten Ernst Hollien abgeschlossenen Lehrvertrag, den seine 76-jährige Tochter Gertrud Schröder neben vielen anderen wertvollen Dokumenten noch heute sorgfältig aufbewahrt, offenbart aus heutiger Sicht ungewöhnliche Bedingungen.

(Fortsetzung folgt)

Was das Ungewöhnliche war und vieles mehr erfahren Sie in Teil 2 der Geschichte über die Bützower Firma H.C. Kröplin. Dieser erscheint in der Bützower Zeitung vom 30. August und im ePaper.

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