Tarnow : Die Zukunft ist gesichert

Nachwuchs aus den eigenen Reihen: Hanna-Paulina Prignitz, Oliver Ewert und Sophie Ritter (vorn v.l.)gehen in den aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Tarnow über. Dazu gratulierten der stellvertretende Amtswehrführer Holger Gadinger, Tarnows stellvertretender Wehrführer Sven Prignitz, Wehrführer Mathias Gundlach, Kreisdezernent Stephan Meyer sowie Bürgermeister Ingo Sander (hinten v.l.)
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Nachwuchs aus den eigenen Reihen: Hanna-Paulina Prignitz, Oliver Ewert und Sophie Ritter (vorn v.l.)gehen in den aktiven Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Tarnow über. Dazu gratulierten der stellvertretende Amtswehrführer Holger Gadinger, Tarnows stellvertretender Wehrführer Sven Prignitz, Wehrführer Mathias Gundlach, Kreisdezernent Stephan Meyer sowie Bürgermeister Ingo Sander (hinten v.l.)

Freiwillige Feuerwehr Tarnow blickt auf 2017 zurück: Keine Probleme mit dem Nachwuchs.

svz.de von
09. Januar 2018, 09:00 Uhr

„Wir haben viel erlebt und geschafft“, sagte Mathias Gundlach, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Tarnow, während der jüngst gehaltenen Jahreshauptversammlung. Inzwischen seien sowohl Schweißperlen als auch Freudentränen wieder getrocknet – höchste Zeit also, das Jahr 2017 Revue passieren zu lassen.

Eine Sorge, die viele Wehren in der Region umtreibt, haben die Tarnower nicht. Vielerorts mangelt es an Nachwuchs. In Tarnow gab es ein anderes Problem. Es gibt so viele Kinder und Jugendliche in der Wehr, dass ihr Transport nur noch mit privaten Fahrzeugen gestemmt werden konnte. Umso größer sei laut Mathias Gundlach die Freude gewesen, als Kreisbrandmeister Mayk Tessin im Februar anrief und einen Mannschaftstransportwagen (MTW) anbot, den das DRK ausgesondert hatte. Tarnow übernahm später das Fahrzeug zu Freude aller.

Den MTW präsentierten die Nachwuchskameraden während des Feuerwehrappells am 1. Mai. Dieser hat in Tarnow bereits eine lange Tradition. Extra dafür wurde das Areal auf Vordermann gebracht. Tags darauf organisierte der Förderverein den Dorfputz, bei dem viele unrühmliche Stellen aufgehübscht wurden. Beim Appell wurde übrigens auch Florian Schuld verabschiedet. „Wer sich jetzt umguckt, wird feststellen: ‘Mensch, da sitzt er doch’“, sagte Mathias Gundlach während der Sitzung. Sehr zur Freude der Wehr ist Florian Schuld wieder Tarnower. Er zählt zu den am besten ausgebildetsten Kameraden.

Dass auch die anderen Tarnower Blauröcke ihr Handwerk verstehen, zeigten sie beim Amtsausscheid in Bützow. Die Bilanz von einer Wettkampfgruppe der Aktiven und zwei Teams aus dem Nachwuchs: Zwei erste Plätze und einmal Silber. „Dass bei der Spaßdisziplin dann sogar noch der zweite Platz geholt werden konnte, krönte die ganze Sache zusätzlich“, blickte der Wehrführer freudig zurück. „Sicherlich ist uns bewusst, dass so ein Ergebnis in dieser Form wohl eher nicht nochmal zu erreichen ist, uns daran erinnern werden wir aber zukünftig noch gerne.“

Der diesjährige Amtsausscheid ist für die Tarnower übrigens ein Heimspiel. Denn aufgrund ihres 90-jährigen Bestehens wird der amtsweite Wettbewerb in Tarnow ausgetragen. Es wird ein Nachtlauf mit anschließender Party im Festzelt.

Von Festzelt-Laune war im Juli nicht die Rede, als die Tarnower Kameraden zu einem Garagenbrand im Bützower Vierburgweg gerufen wurden. Das vollbesetzte Tanklöschfahrzeug sprang wegen einer defekten Batterie nicht an. Also musste angeschoben werden. Und nach sechs Minuten waren die Blauröcke am Einsatzort.

Auch wenn alles noch klappte, unterstrich die Situation, dass die Wehr technisch nicht auf dem neuesten Stand ist. Das wurde auch Stephan Meyer, Dezernent des Landkreises klar, der die Versammlung besuchte. „Ihr braucht eine ordentliche Einsatztechnik“, betonte er. „Wenn ein TLF Startschwierigkeiten hat, spricht das Bände. Das darf nicht sein.“ Er habe vernommen, warum er eingeladen wurde, verdeutlichte aber auch, dass Geld nicht endlos zur Verfügung stehe. „Das gehört zur Wahrheit dazu.“

Wenn auch technisch nicht immer auf dem neuesten Stand, so ist die Freiwillige Feuerwehr Tarnow dennoch ein wichtiger Baustein in der Region – nicht zuletzt aufgrund des TLF. „Egal, wann und wohin man uns rief, wir waren immer zur Stelle und konnten durch schnelles Handeln oft Schlimmeres verhindern“, sagte der Wehrführer. „Goldwert war dabei immer unser TLF, das trotz seines Alters von 28 Jahren durchschnittlich elf Minuten nach der Alarmierung am Einsatzort eintraf. In unserer Region ist es das einzige TLF und somit unverzichtbar.“ Sechs der acht Alarmierungen kamen von außerhalb des eigenen Ausrückebereiches. „Die Tarnower Wehr hat einen Namen, das zeigen die Alarmierungen von weiter weg“, lobte Bürgermeister Ingo Sander.

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