Feuerwehr Schwaan : Die Vorreiter im Kreis

Sie gehören zur First-Responder-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan: Carolin Lau (r.) und Catrin Krehl bei einer Einsatzübung.
Sie gehören zur First-Responder-Gruppe der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan: Carolin Lau (r.) und Catrin Krehl bei einer Einsatzübung.

Freiwillige Feuerwehr Schwaan verfügt über First-Responder-Gruppe und sichert Hilfsfristen

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27. Februar 2018, 12:00 Uhr

Maximal zehn Minuten nach der Alarmierung sollen medizinische Nothelfer vor Ort sein. Diese Zeit ist in Mecklenburg-Vorpommern gesetzlich festgeschrieben. Doch in keinem Landkreis wird diese Hilfsfrist eingehalten, wie die Landesregierung jetzt einräumen musste. Im Landkreis Rostock zum Beispiel betrugt im Jahr 2016 die durchschnittliche Hilfsfrist 11,5 Minuten (SVZ berichtete).

Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Schwaan hatten schon vor Jahren die Diskrepanz zwischen den gesetzlichen Vorgaben und der Praxis erkannt. Nicht nur einmal waren die Blauröcke schon vor Ort, aber noch nicht die schnelle medizinische Hilfe. Die Gründe dafür sind immer vielschichtig.

Doch damit wollten sich die Brandschützer in Schwaan nicht zufrieden geben. Ihr Ansatz: Wenn die Blauröcke am Ereignisort eintreffen, könnten speziell ausgebildete Feuerwehr-Männer und -Frauen mit entsprechender Ausbildung und entsprechender zusätzlicher Technik noch schneller mit der Notfallversorgung beginnen, die über die Erste-Hilfe-Maßnahmen hinausgehen. Somit könnte die Zeit bis zum Eintreffen von Notarzt und schneller medizinischer Hilfe überbrückt werden.

Deshalb gründete die Wehr 2016 eine First-Responder-Gruppe. Dafür musste sie am Anfang noch manche Überzeugungsarbeit leisten, denn neben dem eigenen Engagement mussten auch die materiellen Voraussetzungen geschaffen werden.

Mittlerweile zählen 16 Frauen und Männer zu dieser schnellen Einsatztruppe. Im vergangenen Jahr wurde sie zu 31 Einsätzen gerufen, resümierte Thomas Kulow-Krehl, selbst Rettungsassistent und Initiator, auf der jüngsten Jahrestagung der Blauröcke. Dadurch erfuhren 28 Menschen noch schneller medizinische Hilfe. „Dreimal waren aber auch wir machtlos. Bei zwei Einsätzen leiteten wir zwar noch die Reanimation ein, aber leider kam auch diese schnelle Hilfe für die Patienten zu spät“, berichtet Thomas Kulow-Krehl.

Doch die positiven Effekte überwiegen. Dafür nehmen die Mitglieder der Gruppe einiges auf sich. „In der Regel rücken wir mit drei Kameraden aus und trafen im Durchschnitt acht Minuten nach Alarmierung am Einsatzort ein“, so Kulow-Krehl. Dafür leisten die Mitglieder rund 1400 Bereitschaftsstunden im Monat. Das heißt für die Mitglieder, „Verfügbarkeit vor Ort und schnellstmögliche Einsatzbereitschaft“.

Die Schwaaner sind damit neue Wege gegangen, freiwillig. „Ich bin mir sicher, wir werden nicht die einzigen im Landkreis bleiben“, sagt Thomas Kulow-Krehl.

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