Tourismus : Die sprechende Milchkanne

Amtsvorsteher Eckhard Krüger bei einer „Rast im Milcheimer“.
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Amtsvorsteher Eckhard Krüger bei einer „Rast im Milcheimer“.

Amt, Bauernverband und Landwirte wollen touristisches Angebot „Milchstraße Bützower Land“ erweitern

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27. September 2015, 09:00 Uhr

Bis 2020 gibt es 14 Millionen Euro Fördermittel aus Brüssel allein für den Landkreis Rostock. Auch die Bützower Region will und soll davon profitieren. Drei von 44 Projekten, die von der Lokalen Aktionsgruppe für den Leader-Wettbewerb für die Förderung ländlicher Räume für den Bereich des Altkreises Güstrow in die engere Wahl gezogen werden, sind vom Amt Bützow-Land eingereicht worden. Informationen dazu gab es am Donnerstagabend auf der Sitzung des Amtsausschusses.

Zum einen geht es um die Fortführung des Informationssystems Info-Direkt, das bereits in der zurückliegenden Förderperiode begonnen, aber auch aufgrund von fehlenden Eigenmitteln vieler Gemeinden nicht zu Ende geführt wurde. Ein zweites Projekt ist die Umgestaltung des Außenbereichs der Regionalen Schule Bernitt zu einem grünen Klassenzimmer (SVZ berichtete).

Ein nicht alltägliches Projekt ist mit einem touristischen Angebot verbunden, das bereits vor Jahren von Landwirten und dem Bauernverband entwickelt und über das Tourismusbüro im Bützower Rathaus vermarktet wird. Die Milchstraße Bützower-Land lädt Menschen aus der Region – egal ob Kinder- und Schülergruppen, Studenten, oder auch Senioren – dazu ein, sich in landwirtschaftlichen Betrieben umzuschauen. Das Angebot ist mittlerweile aber auch weit über die Region bekannt. Und es soll nun erweitert werden.

An insgesamt fünf Standorten sollen so genannte touristische Info-Punkte aufgestellt werden. Doch es sind nicht einfache Info-Tafeln, sondern sprechende Milchkannen. Die Idee dazu brachte Amtsvorsteher Eckhard Krüger von einem Urlaub in Friesland mit, erzählt Birgit Czarschka von der Vernetzungs-AG, in der verschiedene touristische Anbieter aus dem Amt Bützow-Land zusammenarbeiten. Krüger entdeckte in Friesland übergroße Milcheimer als Sitzgelegenheit. Diese Idee wurde nun in Bützow weiterentwickelt. Aufgebaut werden sollen überdimensionale Milchkannen, die so aussehen, wie jene, die früher auf den Milchböcken in den Dörfern gestanden haben. „Die sind 3,50 Meter hoch und haben einen Durchmesser von 1,80 Meter. So können auch Rollstuhlfahrer hinrollen“, erklärt Czarschka. Sobald jemand diese Milchkanne betritt, gibt es über Lautsprecher Informationen zum jeweiligen landwirtschaftlichen Betrieb, aber auch zu touristischen Angeboten in der Region.

Und auf der Mela, die vor 14 Tagen in Mühlengeez stattgefunden hat, konnte noch eine weitere Facette für dieses Projekt entwickelt werden. „Wir haben dort Norbert Jost getroffen, der baut Kühe als Werbeträger, die den Firmennamen tragen“, erzählt Czarschka. Solche Kühe sollen neben den Milchkannen mit aufgestellt werden und den jeweiligen Namen des landwirtschaftlichen Unternehmens tragen.

Neben den Fördermittel aus dem Leaderprogramm tragen die beteiligten Firmen die Kosten für den Eigenanteil, den das Amt als Projektträger aufbringen muss.

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