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Bützower Zeitung

18. November 2017 | 07:48 Uhr

SChwaan : Die Philosophie des Dosenstapelns

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

15. Schwaaner Heringsmarkt endet mit neuem Rekord im Dosenstapeln / Hartmut Lüdtke gewinnt vor dem Sieger aus dem Jahr 2013

von
erstellt am 03.Mai.2015 | 18:16 Uhr

Immer und immer wieder lockern Hartmut Lüdtke und Tochter Jessica ihre Arme, um sich erneut im Dosenstapeln zu probieren. Rund eine Stunde dauert der Vorwettkampf bis die vier Finalteilnehmer feststehen. Am Ende stehen beide Lüdtkes im Finale bei den 15. Schwaaner Heringsmarkttagen. Die finden in diesem Jahr wieder auf dem Gelände der Fischfabrik Sywan statt. Und Tausende strömen auf das Firmengelände.

Die so genannte Langoval-Dose ist genau 210 Millimeter lang, 80 Millimeter breit und exakt 43 Millimeter hoch. Eingelegt sind 300 Gramm Fisch, 200 Gramm wiegt die Marinade. Die Blechdose selbst ist 16 Gramm leicht, der Deckel noch einmal 11 Gramm. „Seit 13 Jahr machen wir hier schon beim Dosenstapeln mit“, erzählt Hartmut Lüdtke und lacht. Nicht nur er, auch Ehefrau Gabriele und Tochter Jessica aus Dreetz, treten seit Jahren bei dem Wettstreit an. „Es ist mittlerweile ein Familienwettkampf geworden“, ergänzt die Tochter. Ihr ehrgeiziges Ziel sei es immer, besser zu sein als Vater Hartmut. Aber natürlich auch, als die anderen Teilnehmer.

Doch das sei schwierig. „Ich bin älter geworden, das Greifen funktioniert nicht mehr so“, erklärt Hartmut Lüdtke. Denn der Vorwettkampf ist hart. Da geht es vor allem um Schnelligkeit. In 30 Sekunden müssen so viel Dosen wie möglich übereinander gestapelt werden. André Runge aus Klues bei Güstrow schafft dabei 31 Dosen. Vor zwei Jahren hatte er den Wettbewerb gewonnen.

Nun steht es wieder im Final, gemeinsam mit Hartmut und Jessica Lüdtke. Das Finalfeld vervollständigt der Schwaaner Wolfgang Matuschek.

Schon mehrfach hat Vater Hartmut den Wettbewerb gewonnen. „Meinen ersten Siegerpreis, das Buch ,Früchte der Erde’ hab ich immer noch. Ein Fahrrad, das ich mal gewonnen habe, ist mittlerweile defekt“, erzählt der Dauerteilnehmer und lacht. In den zurückliegenden Jahren haben sich die Wettkampfbestimmungen immer mal wieder verändert. Auch Hartmut Lüdtke ist dran schuld. Er hatte einmal die Idee, den Hauptturm mit zwei Nebentürmen zu stabilisieren. Das gibt es nun nicht mehr. Wer in zehn Minuten die meisten Fischdosen übereinander stapelt, hat gewonnen. Dabei dürfen die Dosen immer nur einzeln gegriffen werden.  Leitern stehen als Hilfsmittel zur Verfügung. Und als Holger Schramm, Präsident des Schwaaner Carnevalsverein, den Startschuss zum Finale gibt, zeigt sich, dass dort dann die Erfahrung zählt. Hartmut Lüdtke und Andre Runge legen zunächst eine ganze Anzahl von Dosen auf ihren Leitern bereit. Denn, ist der Turm erst einmal hoch, wird es schwierig, weitere Dosen aus den bereitstehenden Kisten zu greifen. Am Ende stapelt Lüdtke 67 Dosen. Das sind 35,3 Kilogramm und ein Turm von 2,88 Meter – Rekord. Er sei doch zu alt? „Hier im Finale zählt doch die Erfahrung“, relativiert der Gewinner.

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