Schwaan : Die Maler aus Saskatoon

Auf den Tipp einer einheimischen Künstlerin hin: Cam Forrester und Greg Hargarten (v.l.) fangen Lichter und Emotionen am Warnoufer ein.  Fotos: Lennart Stahlberg
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Auf den Tipp einer einheimischen Künstlerin hin: Cam Forrester und Greg Hargarten (v.l.) fangen Lichter und Emotionen am Warnoufer ein. Fotos: Lennart Stahlberg

Die Kanadische Künstlergruppe „Men who paint“ ist in Schwaan zu Gast und fängt ihre Impressionen auf Leinwänden ein

svz.de von
17. Mai 2018, 21:00 Uhr

Wer in den vergangenen Tagen in Schwaan unterwegs war, der wird mit hoher Wahrscheinlichkeit einer Gruppe von vier Männern begegnet sein, die mit Stativ, Pinsel und Leinwand die Landschaft unsicher machen. Wer diese dann angesprochen hat, wird wohl einige Worte auf Englisch als Antwort bekommen haben.

Cam Forrester, Paul Trottier, Ken Van Rees und Greg Hargarten sind die „Men who paint“, zu deutsch: Männer, die malen. Die vier kanadischen Künstler sind derzeit Gäste der Kunstmühle Schwaan und auf Entdeckungstour in der Warnowstadt. Ihr fünftes Mitglied, Roger Trottier, mussten sie leider krank in der Heimat – im knapp 300 000 Einwohner umfassenden Saskatoon, im Herzen der kanadischen Provinz Saskatchewan – zurücklassen.

Akribisch begutachtet Ken Van Rees die Warnowbrücke, die Häuser, das sich spiegelnde Licht auf der Wasseroberfläche. Die Künstler hätten sich bewusst für einen Malaufenthalt in Schwaan entschieden, sagt er. Ein Berufskollege aus Rostock hatte den Professor für Bodenkunde davon überzeugt, mit seiner Malergruppe nach Schwaan zu kommen. „Obwohl ich auch Wissenschaftler bin, lege ich meinen Studenten nahe, alles ebenso aus einer künstlerischen Perspektive zu sehen. Das vereint für mich die logische und die emotionale Seite. Die Natur hier ist so wunderschön, es ist perfekt zum malen.“

Nach einem 13-stündigen Flug nutzen die Kanadier die Zeit während ihres zweiwöchigen Aufenthalts voll aus. „Unser Tagesablauf sieht so aus, dass wir vor 6 Uhr morgens aufstehen, etwas bei Sonnenaufgang malen, zwischendurch kurz essen und bis zum Sonnenuntergang weitermachen“, berichtet Ken Van Rees. Besonders auf die Lichteffekte komme es an, ergänzt Paul Trottier.

Die weitläufigen Felder und Wälder sähen denen in Kanada sehr ähnlich. Der Strand in Nienhagen, den die Künstler auch besucht haben, sei allerdings eine ganz neue Erfahrung gewesen.

Nur allzu selten kann sich die Gruppe zum Malen verabreden. Der Spaß ist ihnen dabei anzumerken. Da darf auch der ein oder andere Scherz untereinander nicht fehlen. Doch ebenso haben sie ein gemeinsames Ziel: „Wir wollen die Menschen daran erinnern, wieder auf die Natur zu schauen. Der heutige Alltagsstress raubt einem manchmal den Sinn dafür“, so Paul Trottier. Das dürfte den „Men who paint“ bei all den Blicken neugieriger Schwaaner gelungen sein. Doch auch ihre Bilder, die jetzt entstehen, werden dazu beitragen. Vom 29. Mai bis zum 30. Juni werden sie im Erdgeschoss der Kunstmühle zu sehen sein. Einen Tag zuvor sind die Kanadier noch bei der Ausstellungseröffnung dabei, bevor sie wieder zurück nach Saskatoon fliegen.

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