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Bützower Zeitung

22. November 2017 | 23:26 Uhr

Warnow : Die letzte Stunde hat geschlagen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Abrissarbeiten der alten Molkerei in vollem Gange. Land fördert Beseitigung der Ruine

von
erstellt am 10.Nov.2017 | 05:00 Uhr

Darauf mussten die Einwohner von Warnow lange warten. Doch nun haben die letzten Stunden für die alte Molkerei neben dem Kulturhaus geschlagen. Nachdem die Mitarbeiter einer Abrissfirma in den zurückliegenden Tagen bereits belastete Bauteile gesondert demontiert und speziell gelagert haben, kommt nun schweres Gerät zum Einsatz, um das Haus abzureißen und die Trümmer des Backsteingebäudes zu entsorgen.

Bis zur Wende war das Haus Annahmestelle für das weiße Gold der Landwirtschftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) aus den umliegenden Gemeinden. „Die Milch wurde zum Beispiel aus Laase, Wendorf, Baumgarten hierher gebracht und dann von hier nach Bützow weitertransportiert“, erzählt Warnows Bürgermeister Siegfried Hoffmann. Nach der Wende war damit aber Schluss. „Nun wurde die Milch mit den Tanklastzügen von den Höfen direkt nach Bützow gefahren.“

Die alte Molkerei wurde mehr und mehr zum Schandfleck an der Hauptstraße in Warnow. Doch das ist nun vorbei.
Die alte Molkerei wurde mehr und mehr zum Schandfleck an der Hauptstraße in Warnow. Doch das ist nun vorbei. Foto: Archiv/ Ralf Badenschier
 

Danach begann die Odyssee des Wirtschaftsgebäudes. Lange stand das Gebäude leer. 2010 kaufte dann ein Investor aus Norderstedt die Immobilie. Es sollten „Ferienappartements mit einer kleinen Gastronomie“ entstehen. Doch aus den Plänen wurde nichts. „Es gab wohl Bedenken wegen dem Schweinestall der Agrargenossenschaft“, sagt Hoffmann. Der befindet sich gleich hinter dem Kulturhaus. Der Mann aus Norderstedt veräußerte das Objekt. Doch dabei blieb es.

Vor zwei Jahren reichte es der Gemeinde. Warnow übernahm das Objekt samt Grundstück von der damals aktuellen Eigentümerin. Sie schenkte es der Gemeinde, weil auch sie keinen geeigneten Käufer fand. Warnow einigte sich 2015 mit einer Baufirma aus der Region, die das Gebäude für 8000 Euro abtragen und das Material veräußern wollte. Doch auch diese Firma hielt nicht Wort, verzögerte immer wieder die Umsetzung des Vorhabens.

Nun jedoch kam der Gemeinde überraschende Hilfe zuteil. Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt stellt Fördermittel aus dem Programm „‚Sanierung devastierter Flächen in ländlichen Räumen“ in Höhe von 134 000 Euro bereit. Nach dem Abriss des Gebäudes wird auf der Fläche Mutterboden aufgetragen und dann begrünt. Das Areal soll als Park- und Grünfläche für das Kulturhaus dienen.

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