Kung-Fu : Die Kunst der sanften Bewegungen

Jonas Plate (vorne) aus Werle trainiert schon seit drei Jahren bei André Weber in der Kung-Fu-Schule in Bützow.  Fotos: Ralf Badenschier
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Jonas Plate (vorne) aus Werle trainiert schon seit drei Jahren bei André Weber in der Kung-Fu-Schule in Bützow. Fotos: Ralf Badenschier

Kung-Fu-Schule hat sich etabliert / Nachfrage groß / Künftig erweiterte Trainingszeiten

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21. Januar 2016, 08:00 Uhr

Jonas muss noch seinen weißen Gürtel anlegen. Dann kann es auch schon losgehen mit den ersten Übungen. Der Schüler aus Werle geht bereits seit drei Jahren in die „Lehre“ bei André Weber. Der hat vor dreieinhalb Jahren in Bützow zum ersten Mal die Kampfkunst Kung Fu angeboten. Seitdem ist das Interesse daran ungebrochen, wie die Teilnehmerzahlen belegen. Vor allem, nachdem André Weber vor knapp zwei Jahren in größere Räume in die Bützower Innenstadt gezogen ist.

Wer das Training der Mädchen und Jungen beobachtet stellt schnell fest, es geht weniger um Kampf, sondern eher um die Kunst, sich richtig zu bewegen. „Es gibt verschiedene Arten von Kung Fu“, erklärt André Weber. Hier in Bützow gehe es weniger um Mann gegen Mann, sondern darum, die traditionellen Bewegungen zu erlernen. Und das scheint anzukommen. Mehr als 40 Kinder und Jugendlichen trainieren regelmäßig in Bützow, erzählt Weber.

Emil Rugenstein und Markes Bahr aus Hof Tatschow gehören dazu. Sie tragen bereits den orangen Gürtel, üben auch schon mit dem Eskrima-Stock. Er habe erst mit Judo begonnen, ist nun aber sei eineinhalb Jahren beim Kung Fu. „Es ist gut für die Selbstverteidigung und es macht vor allem Spaß“, sagt Emil Rugenstein. Markes Bahr ergänzt: „Ich bin selbstbewusster geworden.“

„So etwas wird gebraucht“, sagt Michael Plate, der Vater von dem kleinen Jonas aus Werle. Er selbst war vor Jahren in Schwaan beim Judo. Das sei richtig gut gewesen. Leider gäbe es dieses Angebot nicht mehr. Doch der Sohn sollte sich sportlich betätigen. Bereits mit sechs Jahren begann Jonas deshalb mit Kung Fu. „Er ist seit dem ausgeglichener“, sagt der Vater und ergänzt:. „Es ist wirklich ein Ausgleich für Körper, Geist und Seele.“ Und der Trainer mache das wirklich gut.

André Weber selbst begann 1992 als Elfjähriger in Schwerin mit Kung Fu. Damals kurz nach der Wende habe es einen richtigen Ansturm gegeben, begründet auch durch die Filme mit Bruce Lee. Als er dann in Rostock Volkswirtschaftslehre studierte, habe er beim Kick-Boxen mitgemacht, erzählt Weber. Irgendwann hätte der Trainer gemerkt, dass er besser ist als er selbst. Also habe er den Kurs übernommen. „Außerhalb der Uni habe ich dann auch Kung Fu angeboten und 2008 in Rostock die erste Kung Fu-Schule eröffnet.“

Längst wurde aus dem Hobby ein Beruf. Dass der heute 34-Jährige in Bützow gelandet ist, sei dabei eher Zufall. „Meine Frau kommt aus Bützow“, erklärt Weber, der vor einem Jahr mit seiner Familie nach Steinhagen gezogen ist.

Mittlerweile gehören zu den Phönix Kung Fu und Tai Chi Schulen MV neun Standorte – neben Rostock und Bützow, auch in Güstrow, Wismar, Broderstorf, Sanitz und Neubukow.

Während in der Warnowstadt gegenwärtig dienstags und donnerstags trainiert wird, soll das Angebot künftig noch erweitert werden. „Die Gruppen sind mittlerweile groß geworden“, sagt Weber. Insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen. Nur die Erwachsenen würden sich noch nicht so trauen. Dabei könne Kung Fu jeder machen, egal welchen Alters.

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