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Leistungsmelken : „Die Konkurrenz ist sehr groß“

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Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Melker Anja Bielack und Marco Müller gehen unterschiedlich an die Vorbereitung für das Leistungsmelken heran

svz.de von
erstellt am 22.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Bis die Milch im morgendlichen Kaffee landet, hat sie einen ganz schönen Weg hinter sich. Anja Bielack und Marco Müller, beide 32, sind Melker in der Meiners-Hobel GbR in Horst und sorgen täglich unter anderem dafür, dass die Milch sauber im Behälter landet. „Viele wissen nicht, was für Arbeit dahinter steckt. Das ist nicht zu verachten“, sagt Melkerin Anja Bielack. Gemeinsam mit ihrem Kollegen nimmt sie diese Woche am Leistungsmelken des Leistungskontrollvereins Güstrow teil.

„Nervös bin ich auf jeden Fall“, gibt sie zu. „Ich gehe die Fragen nochmal durch. Es gibt ein paar, die verhaue ich jedes Jahr“, sagt sie und lacht. „Aber das Melken sollte sitzen!“

Beim Leistungsmelken achten die Bewerter auf jeden Handgriff. Die Melkerin geht mit entsprechendem Ehrgeiz in den Wettkampf. „Ich erwarte sehr viel von mir“, sagt Anja Bielack. Nicht zuletzt, weil sie weiß, wie gut ihre Mitbewerber sind. „Die Konkurrenz ist sehr groß, weil das Niveau hoch ist.“

Während der Otto-Normalverbraucher morgens um vier Uhr noch tief schläft, wird es für die Teilnehmer beim Leistungsmelken um diese Zeit am Mittwoch bereits spannend. Die frühen Morgenstunden sind für Anja Bielack aber kein Problem. „Das ist für mich eine angenehme Zeit“, sagt die 32-Jährige, die sogar an frühere Arbeitszeiten gewöhnt ist. „Wir fangen hier um zwei Uhr an zu melken.“

In diesem Jahr nimmt Bielack bereits zum sechsten Mal am Leistungsmelken teil und ist damit schon fast ein alter Hase unter den Melkern. Dass sie an einem fremden Melkstand arbeiten muss, nimmt sie deshalb gelassen. „Durch meine Ausbildung und die Zeit danach habe ich schon fast in jedem Melkstand gestanden“, erzählt sie. In den verschiedenen Betrieben, in denen der Wettbewerb bereits stattfand hatte sie zusätzlich die Möglichkeit Erfahrung zu sammeln.

„Ich finde den Innenmelker an sich besser“, urteilt sie über das Melkkarussell auf dem Hof von Jens Lötter. Die Melkerin steht innerhalb des Kreises, während die Kühe sich beim Melken um sie herumbewegen. Der Vorteil zu anderen Melkständen sei, dass sie die Tiere jederzeit im Blick habe. Denn zur Verantwortung der Melker gehört auch, die Gesundheit der Kühe täglich neu zu bewerten.

„Die Milchmenge sagt viel aus“, verrät sie. Stimmt diese nicht, schaue sie sich immer das Euter an, dann den Bauch. „Wenn die Tiere nicht fressen, weiß man, es geht ihnen schlecht.“


Aus Spaß am Melken mit dabei


Marco Müller geht entspannt an die Sache heran. „Im Prinzip machen wir dort genau das, was wir hier auch machen“, so der 32-Jährige. Entsprechend bereite er sich jeden Tag während der Arbeit auf das Leistungsmelken vor. Ihm gehe es bei der Teilnahme vor allem darum, etwas zu lernen „und weil es Spaß macht zu melken“. Gegen die Profis aus anderen Betrieben malt er sich geringe Chancen aus, auch weil er erst zum zweiten Mal dabei ist. „Ich will daraus lernen. Verlieren kann ich gar nicht“, erklärt er und will vordergründig seiner Verantwortung als Melker gerecht werden.

„Wir müssen sauber und gründlich arbeiten; sehen ob die Kühe krank sind. Wir tragen dafür Sorge, dass die Milch sauber in den Tank kommt.“

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