Bützow : Die Gesichter der Verwaltung 2.0

Sie gehören zu den ersten Ansprechpartnern im Bützower Rathaus: Gudrun Ziemann, Julia Patelschick, Anke Behn und Nicole Ockert (v.l.).
Sie gehören zu den ersten Ansprechpartnern im Bützower Rathaus: Gudrun Ziemann, Julia Patelschick, Anke Behn und Nicole Ockert (v.l.).

Nach der Strukturreform im Bützower Rathaus gibt es nun veränderte Öffnungszeiten und auch am Sonnabend Sprechtage

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21. April 2018, 05:00 Uhr

Benötigen Sie eine Geburtsurkunde? Wollen Sie einen neuen Personalausweis beantragen? Oder wollen Sie Eintrittskarten für eine Veranstaltung hier in der Region? Heute hätten Sie dazu die Gelegenheit. Denn zum zweiten Mal hat das Bürgerbüro im Bützower Rathaus an einem Sonnabend geöffnet. Eine von vielen Veränderungen, die mit der Umsetzung der Amtsverwaltung 2.0 daherkommen.

„Immer am ersten und dritten Sonnabend im Monat haben wir nun von 9 bis 12 Uhr geöffnet“, erzählt Fachbereichsleiter Frank Endjer. „Bei der Premiere kamen immerhin drei Einwohner.“ Dass die Mitarbeiter dann nur Däumchen drehen, wenn keiner kommt, sei aber nicht so. Es gebe immer Papierkram zu erledigen, versichert Frank Endjer.

Nachdem im vergangenen Jahr die großen Umbauten im Rathaus erfolgt sind, greife nun Schritt für Schritt die neue Struktur. Es gibt vier Fachbereiche, gegliedert in das Büro des Bürgermeisters, Finanzen und Bildung, Bauen und Stadtentwicklung sowie Bürgerdienstleistungen und Zentraler Service.

Letzterer ist für den Bürger das Eingangstor zur Bützower Verwaltung. Das Foyer ist der Bereich des Rathauses, der sich für Otto-Normalverbraucher am sichtbarsten verändert hat. Hinter einer riesigen Glasfront sind all jene Bereiche vereint, die am meisten von Einwohnern frequentiert werden. Durch eine gläserne Eingangstür betritt der „Kunde“ diesen Bereich und äußert am Empfangstresen sein Anliegen. Dahinter befinden sich der Wartebereich und drei Büros, in denen die entsprechenden Angelegenheit bearbeitet werden. „Wir sagen dem Bürger, in welchem Zimmer sein Anliegen bearbeitet wird“, erklärt Gudrun Ziemann, Mitarbeiterin im Bürgerbüro. Auf einer elektronischen Anzeigetafel, die von den Sitzen im Wartebereich aus zu sehen ist, könne der Kunde sehen, ob er warten muss. Andernfalls wird mit einem Ton signalisiert, dass er eintreten kann. Und wenn mehrere Besucher da sind? „Die sprechen sich ab. Das funktioniert schon“, sagt Gudrun Ziemann.

An-, Ab- und Ummeldungen, das Beantragen von Führungszeugnissen, Haushaltsbescheinigungen, von Personalausweis und Reisepässen – das alles ist im Bürgerbüro möglich. Werden Fotos benötigt, wird das gleich an Ort und Stelle erledigt. Gebühren können per EC-Karte beglichen werden.

Mit der neuen Struktur haben sich auch die Öffnungszeiten geändert (siehe Service). Die ersten Erfahrung: „Noch immer kommen die meisten am Dienstag und Donnerstag. Das waren bisher die typischen Sprechtage“, sagt Frank Endjer und empfiehlt: „Wer nicht so lange warten möchte, kommt an einem der anderen Tage.“

Auch Aufgaben, die zuvor im separaten Tourismusbüro abgewickelt wurden, werden nun von den Mitarbeitern des Fachbereiches abgedeckt. „Wir haben zum Beispiel mit allen eine Stadtführung gemacht, sodass sie Touristen Tipps geben können. In dieser Woche war die Warnowtouristik im Haus“, erzählt der Hauptamtsleiter. Die Ausgabe von Fischereimarken, die Vermittlung von Unterkünften sowie der Verkauf von Souvenirs und Karten für Veranstaltungen erfolgt ebenfalls am Empfangstresen.

Noch nicht ausgereizt sei der Online-Service, da stehe die Verwaltung erst am Anfang. Die Stadt biete auf ihrer Internetseite schon eine Vielzahl von „Informationen und ein umfangreiches Formularangebot“. Jedoch sei es derzeit noch nicht möglich, solche Antragsverfahren „interaktiv“ zu erledigen. „Es hat immer etwas mit personengebundenen Daten zu tun, da spielt die Frage der Datensicherheit eine große Rolle“, erklärt Frank Endjer. Vieles sei technisch zwar schon möglich, jedoch stehe die Datensicherheit an oberster Stelle, um Missbrauch zu verhindern.

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