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Bützower Zeitung

20. November 2017 | 14:52 Uhr

Bützow : Die Geschichte der Anästhesie

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

SVZ-Sommertour: In der Warnow-Klinik Bützow lernten die Teilnehmer einen Narkosearzt kennen und warfen einen Blick in die Palliativstation

von
erstellt am 25.Jul.2017 | 09:00 Uhr

Eine Amputation ohne Narkose. Testversuche von Anästhetika an den eigenen Verwandten, teilweise mit erschreckenden Folgen. Schreckensszenarien wie diese gibt es heute natürlich nicht mehr, sie gehören aber zur Entwicklungsgeschichte der Anästhesie. In der Bützower Warnow-Klinik leitet Dr. Arion-Björn Paulus diesen medizinischen Bereich. Zum Auftakt der gestrigen Sommertour erzählte er SVZ-Lesern so manche haarsträubende Geschichte aus den Anfängen seines Fachbereichs.

Wie gut die Anästhesie heute aufgestellt ist, zeigte Paulus den Teilnehmern des Klinikrundgangs anhand der Gerätschaften, mit denen er und seine Kollegen jeden Tag arbeiten. So konnten die Damen und Herren sich anschauen, mit welchen Gerätschaften intubiert wird und wie das Equipment zur Überwachung der Körperfunktionen während einer Narkose funktioniert.

Der Geschäftsführer des Krankenhauses, Thomas Blum, zeigte der Gruppe auch die anderen Stationen der Warnow-Klinik. Nicht zu allen gab es Zutritt, aber es gab zu allen Bereichen wissenswerte Informationen. So berichtete Blum, dass die Intensivstation „auf technischem und personellen Niveau mit der Rostocker Südstadtklinik mithalten kann“. Hier gibt es fünf Einzelzimmer mit Beatmungs- , Dialyse- und Überwachungstechnik.

Ein weiterer Bereich, den sich die Gruppe neben den Arbeitsräumen der Anästhesisten näher anschauen durften, war die Palliativstation. Blum erklärte zunächst deren besonderen Fokus. „Hier werden Menschen betreut, die nicht mehr geheilt werden können. Die Patienten sind hier behütet untergebracht, sollen noch so viel Lebensqualität wie möglich erfahren.“ Als Endstation wird die palliativmedizinische Betreuung aber nicht betrachtet. „Es ist schon das Ziel, dass die Patienten so selbstständig wie möglich leben, zu Hause sind“, betonte Blum. Das bestätigte auch Dr. Iris Friesecke, die leitende Ärztin der Palliativstation: „Viele Patienten fragen mich gleich als erstes, wann sie denn jetzt sterben werden. Ich antworte dann, dass ich sie eigentlich schon ganz gern auch wieder entlassen möchte.“

Dass neben der medizinischen Versorgung auch der menschliche Umgang eine wichtige Rolle bei der palliativmedizinischen Arbeit spielt, berichtete Iris Friesecke ebenfalls. Wenn Patienten öfter kämen, würden Ärzte und Schwestern ein inniges Verhältnis zu ihnen aufbauen. Doch wie groß ist die emotionale Belastung dabei, jemandem nahe zu stehen, der unheilbar krank ist? „Ich finde es einfacher, wenn ich einen Patienten schon lange kenne als wenn jemand erst sehr spät zu uns kommt und dann nach wenigen Tagen verstirbt“, so Friesecke. Als Bürde empfinde sie ihre Arbeit keinesfalls. „Ich wollte immer etwas mit Menschen machen, dass es auf einer Palliativstation sein wird, habe ich aber früher nicht geahnt“, erzählte die Ärztin.

Für Staunen sorgte auch die komfortable Ausstattung der Palliativstation, die nur noch wenig Krankenhaus-Atmosphäre verströmt.

Die Teilnehmer dieser ersten Station der SVZ-Sommertour zeigten sich am Ende begeistert vom Rundgang durch das Krankenhaus. Am Ende waren sich alle einig: Niemand möchte gern ins Krankenhaus, aber wenn es doch einmal nötig ist, tut es gut, zu wissen, dass man in der Bützower Warnow-Klinik gut aufgehoben ist, war nicht nur aus einem Mund zu hören.

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