Dreetz : Die Feuerwehr als Mittelpunkt

Die freiwillige Feuerwehr spielt in der Gemeinde Dreetz eine große Rolle. Nicht nur als potenzieller Lebensretter, auch als kultureller Anlaufpunkt für Groß und Klein.
Die freiwillige Feuerwehr spielt in der Gemeinde Dreetz eine große Rolle. Nicht nur als potenzieller Lebensretter, auch als kultureller Anlaufpunkt für Groß und Klein.

63 von 100 Punkten: Gemeinde ist zukunftssicher / Bürgermeister Gunter Brietzke plädiert für regelmäßige Selbsteinschätzungen

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08. November 2017, 12:00 Uhr

Mit 63 von 100 möglichen Punkten wurde der Gemeinde Dreetz die Zukunftsfähigkeit bescheinigt. Das Land gab im Zuge des Gemeindeleitbildgesetzes vor, dass Gemeinden ihre Zukunftsfähigkeit prüfen müssen. Auf der vorigen Sitzung der Dreetzer Gemeindevertretung wurde das Papier bereits ausgearbeitet, nun wurde es beschlossen. „Wir sind zwölf Prozent über dem Muss“, sagt Bürgermeister Gunter Brietzke zufrieden. „51 Punkte hätten gereicht, 99 wären optimal, wir sind bei 63 angekommen.“

In einigen Gemeinden herrscht Murren über die Ausarbeitung der Zukunftsfähigkeit. So war es erst auch in Dreetz, doch dort änderte sich die Meinung. „Wir waren nicht die, die gesagt hätten, dass wir uns selbst einschätzen müssen“, so Gunter Brietzke. „Auf die Idee wären wir nicht gekommen.“ Anfangs klang der Gedanke so: „Was soll der Quatsch?“ Aber: „Im Nachhinein muss ich sagen, das war nicht schlecht.“ Brietzke und die Gemeindevertreter ließen die Zahlen und Fakten auf sich wirken, einige Punkte waren ihnen vorher nicht bewusst. Als Beispiel nennt Brietzke die Zuzugrate. Auf 100 Einwohner kamen 28 Zuzüge – ein guter Wert. Ohne die Selbsteinschätzung wäre dieser Wert wohl im Verborgenen geblieben.

Gunter Brietzke ist davon angetan, sich hin und wieder mal selbst den Spiegel vorzuhalten. „Das macht schon Sinn.“ Einmal pro Legislaturperiode sei es durchaus sinnvoll. „Nun haben wir es einmal gemacht. In fünf Jahren könnte man dann eine Entwicklung sehen.“ Sollte es nicht ohnehin Pflicht werden, wolle Brietzke beim Amtsausschuss dafür plädieren, eine Selbsteinschätzung regelmäßig aufzustellen. Nicht nur er sehe das so, auch die Gemeindevertreter.

Doch was wurde Dreetz eigentlich nun bescheinigt? Unter „freiwillige Selbstverwaltung“ werden beispielsweise kulturelle und sportliche Angebote unter die Lupe genommen. Dreetz gab sich selbst dafür drei von acht Punkten. Auf dem Papier ist das kein guter Wert. Dies hat aber einen Grund, wie der Bürgermeister erklärt. „Wir sind eine Gemeinde, die sich stark auf die freiwillige Feuerwehr konzentriert.“ Andernorts sei es andersrum, dort werde eher in kulturelle Einrichtungen investiert, was nicht immer gut für die Wehren sei. Des Weiteren habe die Gemeinde Dreetz mit ihren Ortsteilen Zibühl und Peetsch (alle um die 60 Einwohner) kein typisches Zentrum, keinen zentralen Ort, an dem sich das gemeindliche Leben abspielt. Ältere Menschen würden zur Volkssolidarität nach Tarnow fahren, andere würden Angebote in Bützow nutzen. Das Dorffest und die Weihnachtsfeier würden dennoch die Leute zusammenbringen. Auch die Feuerwehr organisiere regelmäßig Veranstaltungen. Die Gründe des aktiven Gemeindelebens ziehen sich durch einige Themenkomplexe in der Selbsteinschätzung, was Punkte kostet, in der Realität aber als nicht schlimm empfunden werde.

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