Bützow : Die Büwo erhält eine Tochter

Auf der Streichliste: Der Wohnblock Am Forsthof 5 bis 11 soll im kommenden Jahr abgerissen werden.
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Auf der Streichliste: Der Wohnblock Am Forsthof 5 bis 11 soll im kommenden Jahr abgerissen werden.

Städtisches Unternehmen gliedert Dienstleistungssparte aus / Immobilien Service GmbH (ISB) Bützow soll ab Januar Arbeit aufnehmen

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24. November 2017, 05:00 Uhr

Die stadteigene Bützower Wohnungsgesellschaft (Büwo) bekommt eine Tochter. Ab Januar kommenden Jahres soll die Immobilien Service GmbH (ISB) Bützow im Auftrag der Büwo agieren. Sie soll zugleich neue Geschäftsfelder eröffnen, die zur Aufwertung des Wohnstandortes Bützow und zur Stabilisierung der wirtschaftlichen Grundlage der Büwo“ beitragen, heißt es in dem Beschluss, über den die Stadtvertreter auf ihrer jüngsten Sitzung berieten. Es handele sich um ein Geschäftsmodell, das in anderen Bereichen und bei anderen Unternehmen schon gang und gäbe ist, und das sie nun auch für die Büwo etablieren möchte, erklärte Monika Gräning, Geschäftsführerin der Bützower Wohnungsgesellschaft.

Die Umsetzung der Pläne bedeute, dass sich die Büwo auf ihr „eigentliches Kerngeschäft“ konzentriere. Das bestehe in der Vermietung und Verpachtung des eigenen Wohnungsbestandes. Dazu gehören aber auch Investitionen, die zur Verbesserung des Wohnungsbestandes beitragen. „Vorrangiger Zweck der Gesellschaft ist eine sicher und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung breiter Schichten der Bevölkerung. So steht es ganz am Anfang im Gesellschaftervertrag“, sagt Monika Gräning.

Das sei umso notwendiger, da die Büwo mit einer Leerstandsquote von 11,2 Prozent zu kämpfen habe. So müssten unter anderem „Maßnahmen der Marktbereinigung“ eingeleitet werden. Eine erste solche Maßnahme werde der Abriss des Wohnblocks Am Forsthof 5 bis 11 sein. Neben Fördermitteln des Landes sind dafür rund 200 000 Euro Eigenmittel notwendig. Außerdem zahle die Büwo jährlich Gewerbesteuern. Solche Belastungen hätten andere Wohnungsanbieter nicht, die neben dem städtischen Unternehmen auf dem Markt sind, so Gräning.

Konkret heißt das: Der Wohnungsbestand der Büwo bleibt bei der Muttergesellschaft. Einzig der Sitz der Büwo, die Wollenweberstraße 9, gehe auf die Tochtergesellschaft, die ISB über. Ebenso übernommen wird die gesamte Mitarbeiterschaft. Grundlage bilde das Umwandlungsgesetz. Am Status der Beschäftigten, zum Beispiel der Betriebszugehörigkeit, ändere sich nichts.

Die ISB tritt anschließend als Dienstleiter für die Büwo bei der Verwaltung des Wohnungsbestandes auf. „Für die Mieter ändert sich gar nichts. Vertragspartner bleibt die Büwo und auch die Ansprechpartner werden größtenteils die gleichen sein“, sagt Monika Gräning. Jedoch kann die ISB weitere Geschäftsfelder eröffnen, die teilweise auch für die Büwo relavant sind, die aber auch Dritten angeboten werden können. Zum Beispiel betreut die Büwo bereits jetzt die Wohnungen der Laager Wohnungsgesellschaft. Auch diese Aufgabe geht auf die ISB über.

ISB-Mitarbeiter können aber auch personennahe Betreuungsleistungen, Bauplanungsleistungen und vieles andere mehr anbieten. Diese Erweiterung des Dienstleistungsangebotes durch die neue Tochtergesellschaft minimiere das Haftungsrisiko für die Büwo, solle aber zugleich dazu führen, den Wohnstandort aufzuwerten, so Gräning.

Ein Knackpunkt: Die Büwo werde keine Gewerbesteuer mehr zahlen. Die der Tochtergesellschaft falle niedriger aus. Jedoch werde das teilweise durch höhere Schlüsselzuweisungen ausgeglichen. Andererseits müsse im Zuge der Haushaltsdiskussion das Thema Gewinnausschüttung verhandelt werden.

Am Ende stimmten 18 der 21 Stadtvertreter für die Gründung der Tochtergesellschaft. Es gab eine Nein-Stimme (Wolfgang Wehrmann/EB) und zwei Enthaltungen (Eckhard Meiners /CDU sowie Jens Böckenhauer/EB).

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