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Bützower Zeitung

23. Oktober 2017 | 15:43 Uhr

Zernin : Des Rätsels Lösung schon im Kopf

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Autorin Anja Behn hat ihr erstes Buch – einen Ostsee-Krimi – geschrieben. Premierenlesung in einer Woche in Zernin.

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erstellt am 16.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Der Mord in einem kleinen Ostseedorf geht auf das Konto der Zerninerin Anja Behn. Die Autorin hat ihn sich für ihr erstes Buch, das gestern im Emons-Verlag erschien, ausgedacht. Am kommenden Freitag, 23. Oktober, findet in der Zerniner Pfarrscheune die Premierenlesung statt.

„Ich habe schon immer wahnsinnig gerne Krimis gelesen und im Fernsehen geschaut“, berichtet die 43-Jährige. Oft habe sie sich dabei gedacht: Dass musst du auch machen.

Ein Bekannter, der als Drehbuchautor tätig ist, hat den nötigen Anstoß gegeben, dass aus dem Wunsch Realität wurde. Bei einem Skript, dem noch der Schluss fehlte, durfte sie mit Ideen unterstützen. „Da bin ich am Ende übergesprudelt vor Ideen“, erzählt die Autorin.

Sie beschäftigte sich mit Figuren, überlegte sich einen Plot und „dann denkst du die Geschichte zu Ende.“ In der Zusammenarbeit fand sie schließlich den nötigen Antrieb, ihre eigenen Ideen umzusetzen. So setzte Sie sich im September 2013 an den Computer und begann zu schreiben. Klar war vorher: Die Handlung sollte an der Ostsee spielen und mit Kunst zu tun haben.

Sieben Monate und einen fiktiven Mord später ist ihr Buch fertig. „Ich bin ein ungeduldiger Mensch“, sagt sie und lacht. Denn die Figuren hatten in ihrem Kopf schon deutliche Formen angenommen und das Ende ihres Krimis kannte sie vor dem ersten geschriebenen Wort. „Ich hatte des Rätsels Lösung schon im Kopf.“

Die Kapitel entwickelte sie dann nach und nach. „Ich habe mich selbst von den Figuren an die Hand nehmen lassen“, sei die Autorin von manch einer Wendung selbst überrascht gewesen. „Bei den letzten Sätzen habe ich gemerkt: Jetzt ist alles erzählt.“

In ihrem Buch schickt Anja Behn den Kunsthistoriker Richard Gruben in das Ostsee-Dorf Fahrenende. Er folgt einem Hilferuf eines befreundeten Malers, der nur vage andeute, dass es um ein mysteriöses Bild geht. Als Gruben in Fahrenende ankommt findet er seinen Freund tot auf. Gemeinsam mit der Enkelin des Ermodeten beginnt eine Suche nach dem Bild. Während sich in dem kleinen Ort ein Schneesturm zusammenbraut, kommen die beiden mehr und mehr einem Familiengeheimnis auf die Spur.

Kaum war sie fertig, ging alles ganz schnell. Eine Leseprobe mit Exposé schickte sie an sechs Verlage. Drei Wochen später schon wurde das gesamte Manuskript angefordert. Nur ein Jahr nachdem Anja Behn ihre Schriftstellerkarriere begann, hatte sie einen Vertrag mit einem Verlag in der Tasche. „Es passte eben alles zusammen“, sagt sie zufrieden.

Es dauerte ein weiteres Jahr, bis sie das fertige Buch „Stumme Wasser“ im September dieses Jahres schließlich in den Händen hielt. Der Lektor hatte nur wenige Änderungen vorgesehen und auch beim Cover durfte Behn sich einbringen. Sie wünschte sich ein typisches Ostseemotiv, dass – wie im Buch erzählt – einen herannahenden Sturm zeigt. „Der Titel ist auch ein Vorschlag von mir gewesen“, erzählt Anja Behn stolz. Selbst beim Klappentext habe der Verlag ihr großes Mitspracherecht eingeräumt. „Im Großen und Ganzen ist es, wie ich es mir vorgestellt habe.“

Im „normalen“ Leben ist die 43-Jährige Bauingenieurin und arbeitet in Rostock. Das Schreiben habe sie aber schon lange begleitet. Wann immer sich eine Gelegenheit biete, beginne sie Geschichten aufzuschreiben. Aktuell arbeite sie schon an ihrem zweiten Buch.

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