Schlemmin : Der Wald ist ihr Arbeitsplatz

Marcus Albrecht (von links), Fabio Zölch und Johanna Giering sind im zweiten Ausbildungsjahr. Sie erlenen den Beruf des Forstwirtes.
Foto:
Marcus Albrecht (von links), Fabio Zölch und Johanna Giering sind im zweiten Ausbildungsjahr. Sie erlenen den Beruf des Forstwirtes.

Sechs Lehrlinge durchlaufen zurzeit die Ausbildung zum Forstwirt im Forstamt Schlemmin

svz.de von
08. Juni 2016, 05:00 Uhr

Harte Arbeit in freier Natur – was das bedeutet, wissen die Mitarbeiter der Forstamtes Schlemmin genau. Bei Wind und Wetter kümmern sich Revierleiter und ihre Auszubildenden um die insgesamt 15 000 Hektar große Waldfläche des Amtes. Aktuell durchlaufen sechs Lehrlinge das duale Ausbildungssystem beim Forstamt.

„Die Ausbildung zum Forstwirt dauert drei Jahre. Eine verkürzte Lehrzeit ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich“, sagt Lutz Eggers, Sachbearbeiter für Waldpädagogik beim Forstamt Schlemmin. Zu den Lehrinhalten zählen unter anderem die Aufforstung im Frühjahr und der Holzeinschlag, der im Herbst beginnt. Zwischen diesen Zeiten müssen sich Forstwirte um die Vegetationspflege kümmern. „Dazu gehören Mäharbeiten, um die nachwachsenden Pflanzen freizulegen und ihnen Platz zu schaffen“, erzählt Eggers. Mit dieser Arbeit beschäftigen sich zurzeit die Auszubildenden des zweiten Lehrjahres. „Die Mäharbeit ist ganz schön anstrengend. Mir macht der Holzeinschlag mehr Spaß“, sagt Johanna Giering aus Neuburg. Die 19-Jährige kommt aus einer Försterfamilie. „Es ist eher eine Seltenheit, wenn einer von uns nicht im Wald arbeitet“, so Giering.

Weibliche Lehrlinge seien die Minderheit in dem Ausbildungsberuf. „Das liegt vermutlich an der schweren körperlichen Arbeit, die Forstwirte machen müssen“, sagt Eggers. „Auch darf man nicht vergessen, dass der Beruf einer der gefährlichsten überhaupt ist“, erzählt Bernd Qualmann, Forstwirtschaftsmeister. Er ist zuständig für die Ausbildung der Lehrlinge im Schlemminer Amt. Schutzkleidung sei das A und O. „Zu DDR-Zeiten hatten wir nur Blaumänner an. Heute ist die Schutzkleidung sicherer“, sagt Qualmann. So tragen die Auszubildenden bei den Mäharbeiten einen Helm mit Visier und Gehörschutz wie auch schnittsichere Hosen. Währenddessen hängt das Arbeitsgerät – der Freischneider – angehakt an der Hüfte der Mäharbeiter. In der hängenden Position sei die Handhabe des Gerätes einfacher. Der Arbeiter müsse nicht seine volle Kraft zum Halten des Freischneiders aufbringen, so Qualmann. Eine weitere Widrigkeit, der die Waldarbeiter ausgesetzt sind, sei das Wetter. „Forstwirte sind das ganze Jahr über draußen. Egal ob es minus 25 oder plus 35 Grad sind“, erzählt Eggers. Wer in der Natur arbeite, müsse auch Insekten aushalten. „Es gibt Mittel dagegen, aber letztlich bringen die nicht viel. Man muss es einfach hinnehmen“, so Qualmann.

Neben Giering lassen sich noch Fabio Zölch aus Wismar und Marcus Albrecht aus Rühn zum Forstwirt ausbilden. Keiner der drei habe Probleme mit lästigen Kleintieren oder der körperlichen Arbeit. „Am Anfang ist jede Aufgabe neu und schwierig“, so Albrecht. Der 30-Jährige habe sich nach seiner Zeit bei der Bundeswehr für den Ausbildungsweg in Schlemmin entschieden. Zölch studierte vor seiner Zeit beim Forstamt Sozialwissenschaften. „Ich habe mein Studium abgebrochen. Dann habe ich ein Praktikum im Forstamt gemacht und bin danach mit der Ausbildung gestartet“, sagt er.

Ein Praktikum sei empfehlenswert für alle, die sich für den Beruf des Forstwirts interessieren. „So kann jeder selbst erleben, wie es ist, in der Natur zu arbeiten. Ich würde es auf jeden Fall wieder machen“, sagt Qualmann.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen