Bützow : Der riesengroße Schatz Natur

Verdeutlichte sein Anliegen: Der Künstler Herbert Raddatz (links) bei der Eröffnung seiner Ausstellung.
Verdeutlichte sein Anliegen: Der Künstler Herbert Raddatz (links) bei der Eröffnung seiner Ausstellung.

Der Künstler Herbert Raddatz verdeutlichte bei der Eröffnung seiner Ausstellung sein grundlegendes Anliegen.

svz.de von
11. März 2018, 21:00 Uhr

De Künstler Herbert Raddatz ist ein ruhiger, freundlicher Vertreter seines Metiers. Deshalb war nicht unbedingt damit zu rechnen, dass er bei der Eröffnung seiner Ausstellung „Sinnbilder des Lebens“ im Kunsthaus Bützow das Wort ergreift. Er tat es auf eine sympathische Art und erklärte, worum es ihm in seiner Kunst geht – und schon immer ging.

„Es ist ein Grundanliegen von mir, seitdem ich denken kann, richtungsweisend das deutlich zu machen, dass wir einen riesengroßen Schatz zu betreuen haben – den Schatz der Natur“, sagte der Greifswalder. Er gab zu, angesichts der Ausstellung etwas aufgeregt zu sein, vermittelte aber in seiner kurzen Rede, dass der Mensch Teil der Natur sei.

Herbert Raddatz machte klar, dass dieser große Schatz zu sehr vernachlässigt werde. „Es wird so viel Schindluder getrieben“, beklagte der 78-Jährige im Kunsthaus. Der riesengroße Schatz Natur werde vernachlässigt.

Werner Zießnitz hatte zuvor die etwa 80 Besucher am Samstagnachmittag in der Langen Straße 20 begrüßt und denjenigen, die das Kunsthaus noch nicht kennen, den Ablauf erklärt und angeboten, ihnen auch die anderen Exponate zu zeigen.

Sigrid Henschel, Vorsitzende des Pommerschen Künstlerbundes und Nachfolger Raddatz` in diesem Amt, verwies auf die vielen Ausstellungen des Künstlers, ob im Kollektiv oder allein, auch im Ausland. Nach einer sehr schweren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg habe er zunächst einen Beruf im Handwerk gelernt und sich erst im Alter von 40 Jahren in einem Abendstudium richtig mit der Kunst beschäftigen können, berichtete Sigrid Henschel.

„Manchmal macht er es dem Betrachter nicht so leicht“, sagte die Künstlerin in ihrer ebenfalls kurzen Rede. Das werde beispielsweise bei dem Werk „Oktoberlicht“ deutlich. Oft sei Vielfältiges zu erkennen oder zu erahnen. Seit kurzer Zeit, so fuhr Sigrid Henschel fort, befasse sich Herbert Raddatz auch mit der Fotografie. Ziel sei aber nicht die technische Perfektion, sondern sein Ziel sei es, an etwas Gesehenes zu erinnern – ähnlich dem Erkennen von Formen von Wolken. „Jeder kann etwas Neues erkennen, wenn er sich darauf einlässt“, sagte sie. Schließlich sei die Betrachtung von Kunst immer auch eine kleine Betrachtung seiner selbst.

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