zur Navigation springen

Austern-Seitling : Der Pilz, der Kälte braucht

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Gastbeitrag vom Bützower Pilzsachverständigen Klaus Warning

Mein Anliegen ist es an dieser Stelle, Ihnen einen kurzen Überblick über das Pilzaufkommen in den Wintermonaten des Jahres zu geben.

Die wohl bekannteste Art von den Pilzen, die man überwiegend in der kalten Jahreszeit findet, ist der Austern-Seitling (Pleurotus ostreatus.) Aber auch im Sommer und Herbst sieht man die Fruchtkörper des Austernpilzes in den Auslagen von Lebensmittelgeschäften. In diesem Fall handelt es sich um Zuchtpilze mit so abenteuerlichen Namen, wie „Kalbsfleischpilz, Floridapilz“ und ähnlichen Bezeichnungen.

Diese Zuchtpilze sind nicht auf den Kältereiz wie die in der Natur wachsenden Artgenossen angewiesen. Die wildwachsenden Fruchtkörper erscheinen nach den ersten Minusgraden. Finden kann man sie überwiegend auf Laubholz wie Buche, Pappel, Weide; gefunden habe ich diese Art auch schon auf Erlen. Sehr selten gedeiht er auch auf Nadelholz, dann auf Fichte. Der Austern-Seitling erzeugt, wie viele andere Pilze, in dem Wirtsbaum die Weißfäule, was zur Holzzerstörung führt. Die Fruchtkörper sind exzentrisch gestielt, das heißt die Stiele sind seitlich angewachsen. Die muschelförmigen Hüte stehen übereinander und sind in ihrer Hutfarbe sehr variabel.

Da es noch andere Seitlingsarten gibt, die zum Teil ungenießbar sind beziehungsweise nur in wärmeren Gefilden wachsen, gibt es in den Wintermonaten keinen giftigen Doppelgänger mit dem dieser Pilz verwechselt werden kann. Der Gelbstielige Muschelseitling wächst auch an Laubholz, das Wachstum beendet er aber im Dezember. Auch dieser Pilz ist essbar, wenn auch nicht annähernd so köstlich wie der Austern-Seitling.

Der Austern-Seitling ist ein für die kalte Jahreszeit sehr schmackhafter und ergiebiger Speisepilz. Beachten sollte man, dass die Fruchtkörper nicht zu groß und zu alt sind, da sie dann zäh werden. Die Stiele sind zu entfernen. Ansonsten kann man den Pilz wie gewohnt zubereiten, klassisch gebraten, Gulasch mit Austern-Seitlingen oder die Hüte paniert wie Schnitzel gebraten. Aus den etwas zähen Stielen und Hüten lässt sich eine schmackhafte Pilzsuppe zubereiten. Der Austern-Seitling lässt sich auch konservieren, indem man ihm trocknet oder einfriert.

Auch der Austern-Seitling ist in Europa als Heilpilz bekannt geworden, Er enthält Glukane, die angeblich neben ihrer regulierenden Wirkung auf das menschliche Gefäßsystem die körperlichen Selbstheilungs- und Abwehrkräfte signifikant unterstützen und verstärken sollen.

Sollten Sie noch Fragen dazu haben, können Sie sich unter den Telefonnummern 038461/27 09 oder 0174/468 80 98 bei mir melden.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen