JÜRGENSHAGEN : Der Minister und die Funkenmarie

Ob jung oder alt – beim Jürgenshäger Carnevalsverein stimmt die Mischung. Der 65-jährige Bruno Habermann und die neunjährige Emely Ziehm gehören zu den Akteuren in der fünften Jahreszeit.  Fotos: Ralf Badenschier
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Ob jung oder alt – beim Jürgenshäger Carnevalsverein stimmt die Mischung. Der 65-jährige Bruno Habermann und die neunjährige Emely Ziehm gehören zu den Akteuren in der fünften Jahreszeit. Fotos: Ralf Badenschier

Bruno Habermann ist Gründungsmitglied des Jürgenshäger Carnevalsverein / Emely Ziehm ist das jüngste Mitglied

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25. Januar 2016, 10:00 Uhr

Der „Salon“ war ein wenig anders, die Stimmung aber wie immer ausgelassen und gnadenlos. Der Jürgenshäger Karneval bleibt ein absoluter Geheimtipp für Freunde der fünften Jahreszeit. Es brauchte auch in diesem Jahr keine lange Aufwärmphase, um die Stimmung anzuheizen. Allein schon beim musikalischen Auftakt „30 Jahre Jürgenshäger Karneval“ mit Peter Marquardt tobten die Zuschauer im Saal – in der Sporthalle in Klein Belitz.

Dahin zogen die Jecken um, nachdem im Herbst der „Lindenkrug“ in Jürgenshagen seine Türen für immer schloss. „Nicht umsonst wurde die Straße zwischen Jürgenshagen in Richtung Klein Belitz im vergangenen Jahr erneuert“, witzelte die Runde im Sketch am „Stammtisch“.

Einmal mehr wurde die große und kleine Politik auf die Schippe genommen, aber vor allem das Motto „ 30 Jahre JCV in einer super Western-Schau“ im Programm umgesetzt. Und auch die Mehrheit des Publikums hatte sich auf das Motto eingelassen und kam in entsprechenden Kostümen.

Nicht so Bruno Habermann. Der 65-Jährige trug standesgemäß die Uniform des Elferrates, bestückt mit ganz vielen Orden. Habermann gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. „Die Idee entstand bei einer Geburtstagsfeier.“ Er käme ursprünglich aus Fürstenberg und sei damals, Ende der 1980er-Jahre, mit seiner Frau dort beim Karneval gewesen. Zurück in Jürgenshagen habe er mit Michael Constien bei einem Geburtstag zusammengesessen. „Und da dachten wir uns, wir müssten so etwas auch in Jürgenshagen machen“, erinnert sich Habermann. Auch Peter Marquardt saß kurze Zeit später mit im Boot. Nun, nach 30 Jahren im Elferrat, davon 15 Jahre als Präsident, zuletzt als Innenminister, wird Bruno Habermann nach der 30. Session seinen Posten aufgeben. „Aber ich mache natürlich weiter mit“, versichert der 65-Jährige.

Ganze neun Jahre jung ist Emely Ziehm. Sie ist das jüngste Mitglied im Jürgenshäger Carnevalsverein. „Ich bin aber schon drei Jahre dabei“, erzählt die Schülerin, die zur Funkengarde gehört. Die acht Mädchen zwischen neun und 13 Jahre waren im Vorjahr noch die „kleine Funkengarde“. Doch die großen Tänzerinnen sind alle weg, weil sie in die Lehre gekommen sind, erzählt Andrea Körlin. Gemeinsam mit Romy Kasbohm betreut sie die Tänzerinnen. „Ich habe vor zehn Jahren begonnen, als unsere Kinder hier angefangen haben“, erzählt Körlin. Nun sind die eigenen Kinder raus, aber sie mache weiter, mit der neuen Generation der „Funkenmariechen“. Seit September wurde einmal wöchentlich geprobt für die Auftritte jetzt beim Karneval. Und während die „Funken“ in ihren rot-weißen Kleidern zum nächsten Tanz vors Publikum treten, schaut „Innenminister“ Bruno Habermann zufrieden auf die tolle Stimmung im bunt geschmückten Saal. Nicht wiederzuerkennen ist die Sporthalle von Klein Belitz, in der auch der ehrenamtlichen Bürgermeister der „Gastgeber“, Friedemann Preuß, in die Bütt springt.

„Man muss den Leuten natürlich etwas bieten“, sagt Habermann. Und das gelinge den Jürgenshäger Karnevalisten auch immer wieder dank der zahlreichen „guten“ Sponsoren.

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