Bützow : Der Mann am Ventil

Nico Ackerhans aus Moisall spielt nicht nur Handball beim TSV Bützow, er ist auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Moisall und steht kurz davor, seine Ausbildung als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik zu beenden.
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Nico Ackerhans aus Moisall spielt nicht nur Handball beim TSV Bützow, er ist auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Moisall und steht kurz davor, seine Ausbildung als Fachkraft für Wasserversorgungstechnik zu beenden.

Ausbildungsserie der Bützower Zeitung – Teil 5: Fachkraft für Wasserversorgungstechnik

svz.de von
08. Januar 2018, 09:00 Uhr

Nico Ackerhans ist schon seit Kindheitstagen bei der Freiwilligen Feuerwehr Moisall. Dadurch hatte er schon immer einen besonderen Bezug zu Wasser. Nach einem zweiwöchigen Schülerpraktikum war für ihn dann klar, er möchte nicht Feuerwehrmann werden, sondern eine Ausbildung zur Fachkraft für Wasserversorgungstechnik absolvieren. Heute ist der 21-Jährige im dritten Lehrjahr bei Eurawasser Nord in Bützow. Aufgrund seiner guten schulischen und praktischen Leistungen verkürzt er seine Ausbildung um sechs Monate und beendet diese voraussichtlich schon im Februar. „Ich bin zwar ein wenig aufgeregt auf die Abschlussprüfung, aber ich fühle mich gut vorbereitet“, sagt er.

Begonnen hat er seine Ausbildung damals unter anderem mit einer Führung durch das Wasserwerk Rostock und die zentrale Kläranlage. Das habe ihn von den Dimensionen her sehr beeindruckt. „Ich war überrascht, was für ein riesiger Aufbereitungsaufwand das ist.“ Dieser sei in Bützow zwar nicht ganz so groß, aber dort sei er direkt in den Arbeitsalltag eingespannt worden. Unter Anleitung seiner Kollegen ist Nico Ackerhans im Betrieb und in der Instandhaltung aller wasser- und abwassertechnischen Anlagen tätig. Sein Schwerpunkt: Trinkwasser. Er kümmert sich mit um ein 457 Kilometer langes Rohrnetz in der Trinkwasserversorgung und muss auch bei Störungen mit anpacken. Da sich die Rohre mindestens 1,20 Meter unter der Erde befinden, könne die Arbeit schon mal körperlich anstrengend sein.

„Nico ist sogar so weit, dass wir ihn auch zu Kunden schicken, wenn diese eine Störung melden“, erklärt der Leiter des Bützower Wasserwerks, Michael Belosa. Deshalb sei ein freundliches Auftreten auch Voraussetzung für die Ausbildung. Weiterhin betreut Nico Ackerhans die Wasseraufbereitung mit. „Wassergewinn, -förderung und -aufbereitung, das sind die Eckpfeiler dieses Berufes“, sagt der Chef. Dementsprechend sind dies auch praxisbezogene Fächer in der Berufsschule, mit denen sich Nico Ackerhans auf der Beruflichen Schule Ribnitz-Damgarten befasst. Hinzu kommt eine überbetriebliche Aus- und Weiterbildung am BCAW Bildungscenter in Rostock. „Dort geht es für mich um die praktische Umsetzung von dem, was ich in der Berufsschule lerne“, erzählt Nico Ackerhans. So stehen dort zum Beispiel Laborarbeiten auf dem Programm. Aufgrund der Standards der Trinkwasserverordnung sei es sehr wichtig, dass man Werte in Eigenkontrolle feststellen könne und wisse, wie man bei Abweichungen reagieren müsse, erklärt Michael Belosa.

Auch für die Gewährleistung eines konstanten Wasserdrucks, selbst bei schwankenden Abgabemengen sowie Höhenunterschieden wird Nico Ackerhans als ausgelernte Fachkraft für Wasserversorgungstechnik zuständig sein. „Wenn nicht genug bar auf den Leitungen sind, kannst du nicht vernünftig duschen“, lacht Michael Belosa.

Vorausgesetzt, Nico Ackerhans besteht seine Abschlussprüfung mit einer guten Note, so hat er gute Chancen, im Anschluss seiner Ausbildung übernommen zu werden und beim Wasserwerk in Bützow zu bleiben. Dann wird dem 21-Jährigen noch ein Stückchen mehr Verantwortung in die Hände gegeben, denn von da an wird er auch den Bereitschaftsdienst ausführen und bei Notfällen Entscheidungen treffen müssen.

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