Schwaan : Der Lebensretter aus Schwaan

Ehre, wem Ehre gebührt: Polizeichef Dirk Höhlein (l.) zollt Matthias Hallier Respekt und Anerkennung. Der Schwaaner stürzte sich auf einen Kampfhund, der die Tochter der Nachbarn attackierte und sie ohne den 37-Jährigen vermutlich getötet hätte.
Ehre, wem Ehre gebührt: Polizeichef Dirk Höhlein (l.) zollt Matthias Hallier Respekt und Anerkennung. Der Schwaaner stürzte sich auf einen Kampfhund, der die Tochter der Nachbarn attackierte und sie ohne den 37-Jährigen vermutlich getötet hätte.

Matthias Hallier stürzte sich auf einen Kampfhund, der eine Dreijährige attackierte, und rettete ihr damit vermutlich das Leben

svz.de von
30. Mai 2017, 21:00 Uhr

Mittlerweile kann er wieder etwas lachen. Doch der Schock saß bei ihm sehr tief – nicht nur ihm. Am 28. März griff ein Hund der Rasse Bullmastiff ein dreijähriges Mädchen an, das im Garten des elterlichen Eigenheims spielte. Der Hund riss sich von seiner Betreuungsperson los, hetzte in Richtung der kleinen Juna und attackierte sie schwer (SVZ berichtete). Matthias Hallier, Nachbar des Opfers, war gerade im Garten beschäftigt. Hilfeschreie von nebenan, Blut. „Dann habe ich ausgeschaltet und bin über den Zaun“, sagt der 37-Jährige. Er nahm den Bullmastiff, der etwa 60 Kilogramm auf die Waage gebracht haben soll, in den Würgegriff. „Das Tier war auf das Opfer fixiert“, sagt der Schwaaner. Erst kurz vor dem Ersticken ließ der Hund vom Mädchen ab. Matthias Hallier bringe 95 Kilogramm auf die Waage, das war geradeso genug, um den Hund zu überwältigen. „Ich habe gar nicht darüber nachgedacht, mich vielleicht selbst in Gefahr zu bringen. Ich habe einfach nur reagiert.“ Die Mutter des Mädchens, Ariane Sennewald, war neben zwei weiteren Kindern ebenfalls im Garten und versuchte ebenfalls ihrer Tochter zu helfen. Aber der Hund war zu kräftig. Sie ist sich sicher: „Ohne meinen Nachbarn hätte ich meine Tochter nicht mehr.“

„Ich habe mir nie erträumt, mal in diese Situation zu kommen“, sagt Matthias Hallier. Anschließend habe er „gezittert wie Espenlaub“. Noch heute erinnert er sich ungern an den Tag, der in der Nachbarschaft einiges veränderte. „Das Bild vergisst man nicht.“ Überall sei Blut gewesen. Mittlerweile sei es in der Gegend ruhiger, viele würden ihren Hund absichtlich in der Nähe ganz kurz nehmen.

Die beiden Polizeihauptkommissare Dirk Höhlein und Lars Abrutat, Leiter und stellvertretender Leiter des Bützower Polizeireviers, besuchten den Schwaaner und sprachen ihm Dank aus. „Sie haben mutig und entschlossen gehandelt und damit weiteres Unheil von dem Mädchen abgewandt“, sagte Dirk Höhlein. Diese Leistung sei mit keinem Geld der Welt aufzuwiegen.

„Es gibt keine Institution, die sich in der Verantwortung sieht“, fügte Lars Abrutat an. „Deswegen haben wir uns als zuständige Dienststelle in der Pflicht gesehen, dieses herausragende Engagement zu würdigen.“ „Diese Zivilcourage und dieser Mut sind beispielgebend“, so Dirk Höhlein. Matthias Hallier habe über seine Pflicht hinaus gehandelt. Man sei verpflichtet, Hilfe zu holen, nicht aber sich selbst dabei in Gefahr zu bringen. Nur dank Matthias Hallier ist Juna noch am Leben, da waren sich alle Beteiligten sicher.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen