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Bützower Zeitung

14. Dezember 2017 | 21:57 Uhr

Rühn : Der inszenierte Horror

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Freiwillige Feuerwehr Rühn präsentierte zum 90-jährigen Jubiläum ihr Können und appellierte an die Menschen

svz.de von
erstellt am 19.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Es ist der Schrecken eines Jeden, wenn es brennt. Noch schrecklicher wird es allerdings, wenn es brennt und niemand kommt, um einem zu helfen. Ein Szenario, das in Rühn gar nicht so abwegig ist, wie es klingen mag. Eigentlich wollte die Freiwillige Feuerwehr Rühn am Sonnabend ihren 90. Geburtstag feiern. Doch statt sich am Blick nach hinten zu erfreuen, wird er nach vorn gerichtet. Und das nicht ohne Sorgen.

Anlässlich des Jubiläums organisierten die Kameraden eine Übung. Moderiert wurde der Einsatz von Robert Bissa. Er wies noch einmal die etwa 50 Zuschauer darauf hin, dass die Rühner Wehr bereits 90 Jahre auf dem Buckel hat. „90 Jahre, das entspricht auch fast unserem Altersdurchschnitt“, sagte er. Klar, mit einem Schmunzeln, dennoch mit einem ernsten Beigeschmack. Die Jüngsten würden auf die 40 zu gehen, viele andere seien dem Rentenalter gar nicht mehr so fern. Daher sein Appell: „Denkt mal darüber nach.“ Gemeint war der Beitritt in die Wehr. Das Argument kann eigentlich kaum kraftvoller sein: „Die Situation könnte kommen: Stellt euch vor es brennt und niemand kommt.“

Ernste Worte bei einer Vorführung des Ernstfalls. Es wurde ein Hausbrand simuliert, in dem eine Person vermisst wurde. Der Kamerad Andreas Zarse stellte dafür sein Haus in der Bützower Straße zur Verfügung. Ziel war es, den Zuschauern den Einsatz von A bis Z zu zeigen.

Zuerst stieg Rauch aus dem Haus auf. Anschließend ertönte die Sirene, wenig später war das Martinshorn der Feuerwehrwagen zu hören, genau wie das der Polizei und des Rettungswagens. Alarmiert wurden auch die Kameraden aus Steinhagen/Neuendorf und außerdem die Bützower, weil die Drehleiter benötigt wurde.

Die Rühner Blauröcke gingen über die Drehleiter in die erste Etage des Hauses, wo sie die vermisste Person bergen und Rettungssanitätern übergeben konnten. Der Moderation nach stehe das nämlich immer an erster Stelle – gelöscht wird erst danach. Das taten dann, zumindest angedeutet, die Steinhagener/Neuendorfer.

„Das Feuer wurde in Rekordzeit gelöscht“, scherzte Robert Bissa am Mikrofon. Aber: „Wenn wir mal ehrlich sind, so fluffig verläuft ein Einsatz nicht immer.“ Der Einsatz war nämlich nur eine Schauübung, der die Idealsituation eines Ernstfalls aufzeigen sollte. Wasser kam dabei nicht zum Einsatz, man habe schließlich nicht das Grundstück fluten wollen.

Nach der Übung wurde der Ernst beiseite geschoben. Neben Kaffee, Kuchen und Wurst vom Grill feierten die Kameraden gemeinsam mit Besuchern ihr Jubiläum auf dem Grundstück von Andreas Zarse.

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