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Fotoausstellung in Bützow : „Der Blick zurück nach vorne“

vom

Der Verein Pferdemarkt Quartier hat seine Foto-Ausstellung unter dem Titel „Das Pferdemarktquartier im Wandel der Geschichte“ am Freitag eröffnet. Zu sehen sind nun zwischen 50 und 60 historische Fotos auf das Quartier.

svz.de von
erstellt am 27.Feb.2012 | 11:52 Uhr

„Mensch, Willy Schopenhauer! Das war noch ein richtiger Kerl. Der ließ sich sogar an seinem Schreibtisch die Haare schneiden“, sagt Klaus Jaekel, dessen Großeltern in Bützow lebten und er deswegen eine große Verbundenheit zu der Stadt hat. Er deutet auf eine Schwarz-Weiß-Fotografie, die auf einem langen Tisch im Kultursalon am Pferdemarkt 8 liegen. Dort eröffnete Freitagabend der Verein PferdemarktQuartier seine Foto-Ausstellung unter dem Titel „Das Pferdemarktquartier im Wandel der Geschichte“. Damit viele unterschiedliche Bilder zusammenkommen, hatte der Verein vor einigen Wochen auch über die SVZ die Bützower aufgerufen, in ihren Alben nach alten Ablichtungen vom Pferdemarkt zu schauen. Zu sehen sind nun zwischen 50 und 60 Fotos, die einen abwechslungsreichen Rückblick auf das Quartier und seine Menschen ermöglichen.


Auch Klaus Jaekel hat einige Bilder aus seinem Fundus hinzu gesteuert – wie beispielsweise jene Fotografie, auf der zwei Busse und die Überdachung zu sehen sind. Doch das Bild mit Willy Schopenhauer hat es ihm angetan. „Es ist das Hofgelände des Pferdemarktes Nummer eins zu sehen, auf dem Bild sind noch sein Schwager und seine Ehefrau abgebildet“. Luftaufnahmen zeigen große HöfeErinnerungen an den Pferdemarkt hat auch Marianne Thiede. „Mir gefallen die Luftaufnahmen sehr gut, denn so sieht man, was da alles an Häusern ,gewachsen’ ist“, sagt Marianne Thiede. Wenn man in die Wallstraße blickt, sehe sie, dass es keinen Leerstand gibt, fügt die Besucherin hinzu. Auf die Luftaufnahmen und die vielen großen Höfe, die sie abbilden, geht auch Dr. Wolfgang Schmidtbauer in seiner Eröffnungsrede ein.

„Sie zeigen, welche Möglichkeiten Bützow mit seinen großen Höfen hat“, sagt Dr. Schmidtbauer. Seinen Recherchen zufolge ist das Quartier noch ein relatives junges Viertel. Wurden Langestraße und der Markt bereits in der Stadtgründung von 1229 erwähnt, so taucht die Bezeichnung Pferdemarkt erst vor ca. 200 Jahren auf. „Nachdem die Stadtmauer abgerissen worden war, gab die Stadt einige Parzellen frei, von denen auch ein Schornsteinfeger Schleicher ein größeres Stück erwarb und damit handelte“, belegt Dr. Schmidtbauer die Existenz des Quartiers. Er macht auf die Vielfalt des Viertels aufmerksam: Im Mittelpunkt stand einst das Kriegerdenkmal von 1882, das an die Gefallenen von 1870/71 erinnerten sollte. Auch den Otto-Grotewohl-Stein beherbergte der Platz.


Den Besuchern fallen zudem Birken und andere Pflanzen auf den Bildern auf. „Wir würden uns wünschen, dass der Pferdemarkt wieder eine grünere Komponente bekommt“, sagt Gudrun Schumann. Bilder wecken Gedanken für zukünftige GestaltungSie und ihr Ehemann leihen dem Verein anlässlich der Ausstellung ein Gemälde, dass eine Ecke des Pferdemarktes zeigt. „Wir wohnen seit 1994 am Pferdemarkt und gehen und fahren dort täglich lang“, sagt Gudrun Schumann. Wenn Annegret Burmeister auf viele, meist schwarz-weiß-farbenen Bilder schaut, denkt sie an ihre Jugend, ihr Zuhause zurück. „Ich stamme vom Rostocker Tor, aber hier bin ich aufgewachsen, das ist meine Heimat“, sagt Annegret Burmeister. Ihre Bekannte Marianne Thiede erinnert sich auch noch ganz genau an den Kaufmannsladen, der einst den jetzigen Kultursalon ausfüllte. „Hier sind wir schon als Kinder einkaufen gegangen“, sagt die Bützowerin.


Heide Musche bleibt hingegen vor dem mittelgroßen Gemälde stehen, dass die Gärtnerei von Ella und Otto Dewerth Vor dem Rostocker Tor zeigt. „Das war unsere schönste Zeit, hier haben wir unsere Kindheit verbracht“, schwärmt die 70-Jährige von ihrem zu Hause. Heide Musche hätte für die künftige Platz-Ausgestaltung schon eine Idee. Auf die Freifläche müsste ein Bronzepferd hin. Denn gegenüber der Bushaltestelle stehe schon ein Behältnis, das eine Pferdetränke symbolisieren soll. Eine andere Möglichkeit zeigt Dr. Wolfgang Schmidtbauer auf. Es gebe unbebaute Flächen zwischen Reformierter Kirche und zweiter Wallstraße, die wunderbare Nutzungsmöglichkeiten für die Bützower zulassen, so Dr. Schmidtbauer.
„Ich bin von der Resonanz, dem Interesse und der Offenheit der Bützower, ihren Gedanken und Geschichten rund um den Pferdemarkt, begeistert“, sagt Monika Missalla-Steinmann, zweite Vereinsvorsitzende. „Wir wollen mit der Ausstellung erreichen, dass man nicht nur in der Vergangenheit verharrt, sondern das es mal wieder ein belebter Platz wird“, sagt sie. Die Ausstellung sei quasi „Der Blick zurück nach vorne“.

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