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SVZ-Sommertour : Der besondere Blick in die Kirche

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Leser der Bützower Zeitung kamen den Deckengewölben ganz nahe

von
erstellt am 12.Aug.2017 | 05:00 Uhr

„Ich hatte es mir immer schon einmal vorgenommen, mir das anzusehen. Jetzt habe ich die Chance genutzt.“ Das sagte gestern Peter Werner. Der Klempnermeister im Ruhestand gehörte zu den Teilnehmern der sechsten Etappe der SVZ-Sommertour. Ganz dicht unter den Gewölben der Bützower Stiftskirche traf Peter Werner dabei auf Malermeister Rainer Wittenburg. Der ist seit dem vergangenen Jahr intensiv damit beschäftigt, den Gewölben neuen Farbglanz zu verleihen.

Die Ausmalung lehnt sich dabei an die Farben an, wie sie um 1860 bei der letzten großen Kirchensanierung verwendet wurden, erklärt Harmut Böhnke. Der Bützower Architekt begleitet seit 2006 die umfangreiche Sanierung des Nationalen Kulturdenkmals. Während große Teile der Gewölbe malermäßig saniert, das heißt, neu bemalt werden, werden einige Bereiche rekonstruiert. Dabei werden die Originalfarben freigelegt, gefestigt, gereinigt, zum Teil auch retuschiert, so Hartmut Böhnke. Bis diese letzte Etappe der Ausmalung abgeschlossen ist, wird Malermeister Rainer Wittenburg noch etliches zu tun haben. Mit einem Spachtel trägt er dabei teilweise den alten Maluntergrund ab und bringt dann die eigens gemischte neue Farbe auf.

„Während der Arbeiten haben wir festgestellt, dass die Farben im Westflügel dunkler werden, als im östlichen Bereich“, erzählt Böhnke. Woran das genau liegt, könne er nicht sagen. „Möglicherweise an der Temperatur und der Luftzirkulation.“ Malermeister Rainer Wittenburg hat eine ganz einfache Erklärung: „Die hatten damals noch keine Waage.“ Bei ihm werde jede Farbmischung gleich angesetzt. Zum Jahresende sollen die letzten Baugerüste fallen, sagt Hartmut Böhnke. Davor steht aber auch noch die Restaurierung des Prospektes der Orgel an. Die Königin der Instrumente ist derzeit komplett auseinandergebaut. Im September werden Mitarbeiter einer Dresdener Spezialfirma alle Einzelteile gründlich reinigen und dann wieder zusammenbauen.

Bei den Arbeiten an der Orgel habe Restaurator Heiko Brandner entdeckt, dass das Prospekt einmal eine bunte Ausmalung hatte. Erst später, vermutlich mit der Sanierung 1860 seien dann zwei Flügel am Prospekt angebaut worden und zugleich verschwand vermutlich die Farbgebung. Auch das Prospekt soll nun gereinigt und restauriert werden, weil einige Holzteile fehlen. Allein die die Reinigung der Orgel kostet rund 25 000 Euro.

In den zurückliegenden Jahren sind in die Sanierung und Restaurierung der Stiftskirche mehrere Millionen Euro geflossen, zum großen Teil aus nationalen und europäischen Fördertöpfen.

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