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Bützower Zeitung

17. Oktober 2017 | 19:16 Uhr

Schwaan : Den Gemälden ganz nah sein

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die SVZ-Sommertour bringt ihre Leser in die Kunstmühle in Schwaan – sie führt durch 50 Jahre kreative Arbeit in der Warnowstadt

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Eigentlich bleiben Museen montags oft geschlossen. Für die SVZ-Sommertour öffnete die Schwaaner Kunstmühle gestern aber elf Lesern die Tür. Museumsleiter Heiko Brunner lud die Leser zur persönlichen Führung mit Kunst über drei Etagen ein.

„Zu meiner Schande muss ich sagen, dass ich noch nie hier gewesen bin“, sagte Christiane Lenz. Für sie ist es, wie für einige weitere Leser, das erste Mal, dass sie in der Kunstmühle zu Besuch ist. Von außen begeisterte das Museumsgebäude sie aber bereits. „Ich finde es ganz toll, wie das Haus jetzt aussieht. Anders als zu DDR-Zeiten.“ Im Inneren wartete der Museumsleiter.

Für die Führung hatte er einige Besonderheiten geplant. „Ich will Ihnen zeigen, wie die Bilder verpackt und aufgehängt werden“, sagte Brunner. Zuerst aber erklärte er, was es mit der Künstlerkolonie auf sich hat. Einige der Maler waren ihrer Zeit voraus, erzählte er. In der Kunstmühle würden sich verschiedene Malstile unter einem Dach vereinen, sagte Brunner.

Dann ging es ans Eingemachte. Unter den Augen der Leser führte Brunner vor, wie ein Bild transportiert wird und auf welche Besonderheiten zu achten ssei. Einige Bilder müssen beispielsweise noch im bis zu 193 Kilogramm schweren Kisten für 24 Stunden im Raum akklimatisieren, bevor sie ausgepackt werden können.

Auch das Aufhängen der Bilder ist eine Kunst für sich. Zum einen spiele die Luftfeuchtigkeit des Raumes eine Rolle. Deshalb sind sie klimatisiert. Doch auch die Lichtverhältnisse seien wichtig. Die Werke sollen im wahrsten Sinne des Wortes ins rechte Licht gerückt werden, um ihre Wirkung auf den Betrachter zu entfalten. „Ich hätte nie gedacht, dass das so ein Aufwand ist“, sagte Leserin Christiane Butz.

Dass sich der Aufwand allerdings lohne, darüber waren sich Brunner und seine Gäste einig. Für den Museumsleiter ist die Kunst „ein Stück Lebensqualität.“ Auch wenn sich die Kosten manchmal nicht rechnen. Christiane Butz findet, dass die Kunst mehr geschätzt werden sollte. „Deutschland ist ein reiches Land. Und wenn ich mir überlege, was da für Militär ausgegeben wird, da wünschte ich nur ein Drittel davon, würde in die Kunstförderung fließen“, sagte die Leserin.

Die Sommertour lud auch zum Diskutieren über Kunst und die Präsentation der Bilder ein. Unterhaltungen über die Farbtöne und Wahl der Rahmen bestimmten das Durchstreifen der drei Museumsstockwerke.

Der Abschluss der zweistündigen Führung durch Schwaans Kunst führte die Leser über die sogenannte „Bürgermeisterwiese“ direkt hinter der Kunstmühle. Dort ist ein Skulpturenpark entstanden. Gezeigt werden 16 Arbeiten von elf verschiedenen Künstlern.

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