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Berlinerin gibt Konzert : Den Alltag in Lieder verpackt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Singer-Songwriterin Ute Danielzick sorgte im Café Stine mit ihren Kompositionen für einen kurzweiligen Abend

von
erstellt am 24.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Die Sängerin und Liederschreiberin Ute Danielzick bot ihren Zuhörern im Café Stine am Freitagabend ein nicht alltägliches Musikerlebnis. Denn die Berlinerin verbindet gekonnt ihre Musik mit Texten über den Gang zum Amt, nervigen Straßenbau oder gar Hausfrauensorgen.

Dass diese Mischung reizt, zeigte der Besucherandrang: Die Stühle reichten kaum, um alle Gäste unterzubringen. Letztlich fanden aber alle einen Platz und ließen sich von der Künstlerin köstlich unterhalten. „Es ist zum Staunen, wenn man diese Texte hört“, sagte Kerstin Hegermann, die das Café betreibt, zu Beginn. Aus ihrer Sicht sei Ute Danielzick ein Musikus – eine weibliche Form dieser Bezeichnung gebe es nicht. Denn die besungenen, recht ungewöhnlichen Themen sind allesamt Eigenkompositionen der Musikerin.

Eingerahmt von Werken der Künstlerin Annegret Goebeler konnte der musikalische Teil des Abends schließlich beginnen. „Andere schreiben Tagebuch oder gehen ins Fitnessstudio“, begann Ute Danielzick, die trotz Erkältung auftrat. Bei ihr würden die Gedankengänge oft irgendwann in Form unterhaltsamer Lieder auf der Bühne landen. So schrieb sie einen Text für jemanden, der ihr einen Liebesbrief geschickt hatte. „Und dann hatte ich den Mann an der Backe“, kommentierte die Berlinerin trocken. Entzückt von diesem Liebeslied habe er ihr seinen Einkaufszettel gegeben, um sie für eine weitere Komposition zu inspirieren. Das Ergebnis brachte das Publikum zum Lachen, das ein Lied über Kartoffeln, Karotten und Schweineschmalz zu hören bekamen.

Ganz anders verarbeitete Danielzick ihre Erfahrungen mit lästigem Stau und unverlässlichen öffentlichen Verkehrsmitteln in der Hauptstadt. „Die machen nie das, was sie versprochen haben“, monierte die Musikerin, die gänzlich unentspannt durch Berlin reise. „Daraus ergibt sich eine Musikrichtung und das ist der Blues“, erklärte sie und besang nicht nur das Verkehrsdilemma sondern berichtete in einem ihrer Lieder auch von einer Anbändelei mit einem Torrero aus Gießen. Auch die Straßenbauarbeiten hielt sie – herrlich zweideutig verpackt – musikalisch fest und fand selbst für die Sorgen einer Hausfrau schmückende Worte.

Dass sie auch anders kann, bewies sie in einem Lied mit deutlich ruhigeren Tönen. Darin erinnerte sie daran, dass der Fluss des Lebens am meisten Spaß macht, wenn man einfach hineinspringt, auch wenn das nicht immer leicht ist.

Schließlich gab die Sängerin auch Preis, was sich hinter der Musikrichtung Aufräumblues versteckt. Dieser packe sie, wenn mal wieder die Bauklötze überall verstreut sind und das Kind so gar nicht zum Aufräumen zu bewegen ist. Selbst zu Deichkäse und Flecken gelangen Ute Danielzick amüsante Strophen, die den Abend schnell verstreichen ließen.

So endete das Konzert wie es begann: mit einem Wunschlied der Gastgeberin. „Komm mit auf den Hinterhof“, singt Ute Danielzick darin. Dabei hatte sich Kerstin Hegermann natürlich etwas gedacht: Denn der Abend klang gemütlich beim gemeinsamen Essen sowie am offenen Feuer im Hof aus.

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