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Kleiderkammer Bützow : Demütigung durch Unterschrift?

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Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bützowerin, die die Annahme von Kleidung aus der Kleiderkammer Bützow gegenzeichnen sollte, fühlt sich in ihrer Menschenwürde eingeschränkt. DRK widerspricht

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erstellt am 17.Okt.2017 | 08:00 Uhr

Es gibt Menschen, die nicht so viel Geld haben, jeden Euro zweimal umdrehen müssen. Hilfe erhalten solche Menschen in Einrichtungen, die Sache für das tägliche Leben kostenlos oder für wenig Geld zur Verfügung stellen, wie zum Beispiel die DRK-Kleiderkammer. Dort muss man jedoch für die Kleiderspende unterschreiben, erzählt eine Bützowerin, die sich an die Bützower Zeitung wandte.

Die Frau, die anonym bleiben möchte, bezieht eine Erwerbslosenrente. Das sei nicht viel. Deshalb seien Menschen wie sie auch auf Spenden angewiesen. So nehme sie zum Beispiel die Angebote des Sozialkaufhauses der Diakonie in Güstrow oder der Tafel in Bützow in Anspruch.

Aufgrund einer Krankheit und durch die Einnahme von Medikamenten schwanke ihr Gewicht, erzählt die Bützowerin. „Ich kann mir aber deshalb nicht ständig neue Sachen kaufen.“ Deshalb nutze sie auch das Angebot der Kleiderkammer des Kreisverbandes Güstrow des Deutschen Roten Kreuzes in Bützow. Als sie sich dort vor einigen Wochen Kleidung aussuchte, sollte sie den Empfang mit vollem Namen quittieren.

Das gehe gar nicht, sagt sie. „Das hat nichts mit Menschenwürde zu tun. Ich möchte anonym bleiben. Und da spreche nicht nur für mich, sondern für viele Hartz IV-Empfänger“, erklärt die Frau. Wenn jemand Kleider zur Kleiderkammer bringt, müsse er doch auch nicht mit dem Namen unterschreiben. „Und ich glaube kaum, dass der Spender das von mir verlangen würde“, sagt die Bützowerin. In anderen Einrichtungen gehe das doch auch. Bei der Diakonie habe sie einmal die Bedürftigkeit nachweisen müssen und einen Ausweis bekommen. Bei der Tafel in Bützow reichte das ebenfalls. Dort gibt es nummerierte Karten.

Die Anweisung sei von der Geschäftsleitung in Güstrow gekommen, habe sie erfahren. Die Bützowerin hatte sich daraufhin dorthin gewandt. „Mir wurde dann gesagt, dass ich mit einem Kürzel unterschreiben kann“, so die Bützowerin. Manuela Hamann, Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit beim DRK-Kreisverband, bestätigt: „Wir tragen in der Tat alle Kleiderabgaben in ein Buch ein und lassen die Kunden diese Abholung abzeichnen. Die Kunden müssen aber nicht mit Namen und Zunamen abzeichnen, Kürzel oder auch zwei Buchstaben genügen. Weder Kürzel noch Buchstabenfolge lassen Rückschlüsse auf die Person des Kunden zu.“ Zum einen gehen diese Zahlen in die Statistik ein. Außerdem wolle das DRK damit den Vorwurf entkräften, „dass wir Kleider sammeln, um diese verkaufen. Auch hierbei kann ein Verweis auf ausgegebene Kleidung hilfreich sein“, erklärt Manuela Hamann.

Die Bützowerin möchte das nicht akzeptieren. „Ich möchte anonym bleiben“, sagt die Bützowerin. In anderen Einrichtungen gehe das doch auch.

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