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Gasspürer unterwegs : Dem Unsichtbaren auf der Spur

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

In der Region sind wieder Gasspürer unterwegs, um mögliche Lecks der Leitungen aufzuspüren

svz.de von
erstellt am 20.Jun.2017 | 05:00 Uhr

Dieser Tage geht Sven Lindhorst wieder auf Reisen. Auf den ersten Blick könnte man meinen, er geht die Gegend mit einem Metalldetektoren, Staubsauger oder einer Wünschelroute ab. Doch das, was Sven Lindhorst vor sich her schiebt, ist ein Gasspürgerät. Undichte Stellen in den Gasleitungen der Firma Hanse Werk AG sollen damit in den Regionen Bützow und Güstrow aufgespürt werden.

Alle sechs Jahre werden Kunststoffleitungen routinemäßig kontrolliert, aufgrund von Korrosionsgefahr anfälligere Stahlleitungen alle zwei Jahre. Sven Lindhorst führt ein GPS-gestütztes Planwerk mit sich, der ihm verrät, wo sich die Leitungen befinden. Und er schiebt einen Spürer vor sich, der mit einer Teppichsonde ausgestattet ist. Damit könnten feinste Gasausstöße registriert werden. Die Technik findet zudem gleich heraus, ob es sich bei einem Fund um ausströmendes Erdgas handelt oder schlichtweg Faulgase aus dem Erdreich. Im Fall der Fälle sind beauftragte Rohrnetzkolonnen der Hanse Werk AG innerhalb von kürzester Zeit zur Schadensbehebung vor Ort.

Der Gasspürer geht Hauptleitungen und Hausanschlüsse ab. „Er spürt bis zur Hauswand auf und betritt dafür auch Privatgrund“, erklärt Unternehmenssprecherin Christine Pinnow. Das Betretungsrecht sei in den Anschlussbedingungen erfasst. Früher seien Besuche im Vorfeld angekündigt worden. Doch um Trittbrettfahrern nicht Tür und Tor zu öffnen, wird davon nun abgesehen. Aber: „Der Gasspürer hat stets einen Ausweis dabei“, betont Pinnow. Bei gänzlich umfriedeten Grundstücken werde aber vorher geklingelt. Wenn niemand zu Hause ist, wird ein Termin vereinbart. Betreten werden ohne Ankündigung nur Grundstücke, deren Gas-Hausanschlüsse von der Hauptleitung aus frei zugänglich sind.

Das Aufspüren eventueller Lecks ist laut Pinnow aus Sicherheitsgründen erforderlich. Zudem hat Sven Lindhorst auch ein offenes Auge für mögliche Überbauungen. Ein Carport oder offener Unterstand sei erlaubt, eine geschlossene Garage direkt über den Leitungen hingegen nicht. Im Zweifel muss die Leitung dann verlegt werden. Auch Wurzelwerk könne zu Problemen führen.

Funde werden jedoch selten registriert. Und wenn doch, dann sind sie laut der Hanse Werk AG zumeist auf „mechanische Fremdeinwirkungen“ zurückzuführen. Beim Einschlagen der Zaun-Hülsen oder beim Setzen von Bordsteinen beispielsweise würden laut Christine Pinnow „typische Störungen“ erzeugt. Von Haus aus hätten insbesondere die mittlerweile weit verbreiteten Kunststoffrohre kaum Anfälligkeiten, da sie – anders als Stahlleitungen – nicht rosten können. Übrigens: Wenn ein Leck gefunden wird, kommen auf die Bürger keine Kosten zu. Auch das Aufspüren an sich kostet nichts.

Christine Pinnow berichtet, dass viele Menschen neugierig sind, wenn sie einen Gasspürer sehen. „Suchen Sie einen Schatz? Oder Gold?, seien häufig gestellte Fragen. Doch der Zauber sei dann nach wenigen Minuten verflogen, da sich die Spannung dann doch eher in Grenzen halte.

Ort für Ort geht der Gasspürer nun die Region ab. Zehn bis 15 Kilometer kommen laut Sven Lindhorst am Tag zusammen, im Jahr zwischen 600 und 800 Kilometer. Bützow und Umgebung macht den Anfang, wo es dann hingeht, stehe noch nicht fest. Auch Rühn, Steinhagen, Kritzkow, Kronskamp, Neu Wiendorf, Weitendorf und viele weitere Orte werden in den kommenden Wochen und Monaten überprüft. Als Faustregel, wann aufgespürt werden kann, gelte wie bei den Sommerreifen: „Von O bis O“, so Christine Pinnow. Allerdings sind die Kontrollen wetterabhängig. Denn Regen beispielsweise könne den Boden versiegeln.

Bei Fragen ist die Hanse Werk AG unter 038461/51 21 63 oder 04106/629 34 22 erreichbar.

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