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Rühner Laden : Das Naturdenkmal ist aufgeräumt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bodenordnungsverfahren ist vom Tisch / Hauptweg jetzt wieder ohne Gefahr nutzbar

svz.de von
erstellt am 02.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Warum wird da nicht aufgeräumt? Diese Frage hört Rühns Bürgermeister Hans-Georg Harloff öfter von Menschen, die durch den Rühner Laden wandern oder radeln. Sie beziehen sich dabei auf ein kleines Waldstück, das bereits seit 1939 als Naturdenkmal ausgewiesen und als solches erhalten werden soll.

Vor zwei Jahren wurde ein Teil des beliebten Weges gesperrt. Denn es bestand die Gefahr, dass durch herabfallende Äste Menschen zu Schaden kommen. Die Umleitung erfolgte über einen Acker oberhalb des Wäldchens. Ein Bodenordnungsverfahren sollte diese Umleitung für immer festschreiben. Doch diese Pläne sind nun vom Tisch. Der Tornado vom 5. Mai des vergangenen Jahres ist daran nicht ganz unschuldig.

Hintergrund: Das rund 0,9 Hektar große Areal ist ein „einzigartiges Stück Wald“. Hier aus diesem Wäldchen wurde der Ton gewonnen, aus dem dann die Klosterziegel entstanden sind. Bereits am 26. April 1939 wurde das Wäldchen unter besonderen Schutz gestellt. Die damals vorhandenen 119 Buchen und zwei Eichen sind seitdem Naturdenkmal. Aufgrund ihres Alters sind die Bäume nicht mehr standsicher, machten Untersuchungen vor zwei Jahren deutlich. Andererseits soll das Naturdenkmal erhalten bleiben. Deshalb der Plan von der Umleitungsstrecke.

Doch der Tornado im vergangenen Jahr hat auch in dem kleinen Wäldchen gewütet. „Deshalb haben wir dort anschließend richtig aufgeräumt“, erklärt Mathias Regenstein, Leiter des Forstamtes Schlemmin. Neben der Gemeinde ist das Forstamt Miteigentümer des Areals. Die Baumkronen seien abgenommen worden, aber das Holz nicht aufbereitet und als Brennholz verkauft. Das Holz sei in dem Wäldchen abgelegt worden. „Damit haben wir den Lebensraum des Eremiten, ein kleiner Käfer, auch Juchtenkäfer genannt, erhalten. Der braucht Höhlen mit viel Mulch“, sagt Mathias Regenstein.

Zugleich seien so noch zwei andere Effekte erreicht worden: Der Hauptweg durch den Rühner Laden kann seitdem wieder ohne Gefahren benutzt werden, das Bodenordnungsverfahren für die Umleitungsstrecke ist nicht mehr erforderlich. „Und die Motorradfahrer, die dort im Naturdenkmal gefahren sind, können das auch nicht mehr, weil dort jetzt das Holz liegt“, erklärt der Forstamtsleiter. Es sei sozusagen „natürliche“ Ordnung geschaffen worden.

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