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Ausstellung in Bützow : Das Leben mit beiden Händen packen

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„Das Leben ist eine Schubkarre“ heißt die Ausstellung, die der Bützower Künstler Joachim Steinmann in der nächsten Woche im Krummen Haus eröffnet. Zu sehen sind Bilder, die Schubkarren in die verschiedensten Lebenszusammenhänge stellen.

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erstellt am 04.Nov.2011 | 09:48 Uhr

Bützow | Eher unerwartet und zuerst auch ein bisschen widerwillig schoben sich Schubkarren ins Bewusstsein von Joachim Steinmann (62). Der Gedanke an dieses triviale wie praktische Transportmittel ließ sich irgendwann nicht mehr einfach verdrängen. "Das Leben ist eine Schubkarre" heißt nun die Ausstellung, die der Bützower Künstler in der nächsten Woche im Krummen Haus eröffnet. Zu sehen sind mehr als 20 Bilder auf Leinwand, die Schubkarren in die verschiedensten Lebenszusammenhänge stellen. Zur Vernissage wird am Mittwoch, 9. November, um 19 Uhr eingeladen.

Joachim Steinmann wollte auf Pilgerreise gehen. Ein Rucksack erschien ihm zu schwer. Er entschied sich einen Fahrradanhänger für seine Zwecke umzubauen, obwohl man in Pilgerkreisen eine Schubkarre empfohlen hatte. Und doch ließ ihn der Gedanke nicht wieder los. Als er am Himmelfahrtstag dieses Jahres von seiner zweiten Pilgerreise von Köln nach Metz in Frankreich zurückkehrte, hatte er den Kopf voller Schubkarren-Ideen und eine unbändige Lust aufs Malen. Acrylfarbe, Strukturpaste und Leinwand waren schnell besorgt. Auf allen Bildern erscheinen Schubkarren, manchmal ein bisschen versteckt. So rekelt sich eine Liegende auf dem Transportmittel. Es geht treppauf mit einer Karre. Jemand macht einen Handstand darauf. Der Tod schiebt einen Sarg auf der Karre und ein anderes Bild zeigt einen Mann in Siegerpose. Es ist absichtlich unvollendet. "Da kommt der Kunsterzieher in mir durch", gesteht Joachim Steinmann, der damit dem Betrachter den Werdegang eines Bildes vermitteln will. Schon auf seinem Pilgerweg habe er stets ein Skizzenbüchlein bei sich gehabt und manch merkwürdiges Gefährt in der Eifel und in Frankreich zeichnerisch festgehalten.

Die Titel der Bilder seien vielleicht etwas rätselhaft, gesteht Joachim Steinmann, der in Leipzig Kunsterziehung und Geschichte studierte, später mit Unterbrechungen als Lehrer - in den 1980er-Jahren in Bützow - arbeitete und zuletzt Direktor der Landesrundfunkzentrale MV war. Die Lektüre des Buches Kohelet/Prediger Salomo aus dem Alten Testament der Bibel habe zu seinen Schubkarren-Gedanken gepasst. Es enthalte viele Weisheiten. Die Schubkarre steht für den 62-Jährigen als ein Symbol des Beladens und Auskippens, des Umkippens und des Balancierens, als ein Symbol dafür, das Leben mit beiden Händen zu packen.

Eher ungewöhnlich für den Künstler sei die Farbigkeit der Bilder. Manchem Betrachter, so denkt er, wird die eine oder andere Darstellung zu grell oder plakativ sein, aber das müsse und wolle er hinnehmen.

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