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Bützower Zeitung

17. November 2017 | 22:34 Uhr

Steinhagen : Das Gewächshaus als Rückzugsort

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Udo Pfotenhauer hat das Gärtnern von der Pike auf gelernt – auch als Rentner ist die Pflanzenzucht sein liebstes Hobby

Von A wie Agapanthus bis Z wie Zitronenbäumchen: Der diplomierte Gartenbauingenieur, Udo Pfotenhauer aus Steinhagen, kennt sie alle. Der 68-Jährige ist mit seinen Pflanzen eng verbunden, ganz besonders liebt er jedoch die Orchideen. Er weiß genau, wo und wie sie am besten gedeihen, kennt die Zusammensetzung des Substrates, weiß genau wieviel Feuchtigkeit sie brauchen und kann unzählige Geschichten über diese Schönheiten erzählen. Zum Beispiel, dass die Luftnelke (Ananasgewächs) auch ohne Erde wächst. „Sie versorgt sich über ihre Luftwurzeln und braucht wenig Feuchtigkeit“, erklärt der Experte. Die Phalaenopsis (Schmetterlingsorchidee), die in vielen Wohnungen inzwischen wieder einen Platz gefunden hat, brauche ein Substrat aus Farnwurzeln, Kiefernrinde und Moos bei wenig Feuchtigkeit, um immer wieder prachtvolle Blütenstämme zu bilden.

Pfotenhauer züchtet bereits seit vielen Jahren in seinen Gewächshäusern aus winzig kleinen Samenkörnchen blühende Schönheiten. „Aber bis die Pflanzen dann wirklich blühen, dauert es oftmals einige Jahre“, sagt er. „Da steckt eine Menge Geduld und viel Arbeit drin.“ Geduldig ist Pfotenhauer auf jeden Fall. Jeden Tag werkelt der Rentner von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang zwischen den Pflanzen in seinen Gewächshäusern. Sät, pikiert und vermehrt immer wieder Neues in Töpfen, bis kein Platz mehr in den Glashäusern ist. Aus seinen Urlauben im In- und Ausland bringt er immer wieder neue Samen mit und probiert diese dann direkt aus.

Besonders angetan hat es dem 68-Jährigen die Blutblume (haemanthus katherinae), die nur vier Wochen im Jahr blüht. „Die Blutblume hat zum Beispiel zwei Herkunftsländer: Kuba und England“, erzählt Pfotenhauer, der 1963 eine zweijährige Lehre als Gärtner begann. „Und seit dieser Zeit verfolgt mich dieses Hobby“, sagt der Rentner.

Nach seiner Armeezeit begann Pfotenhauer ein Studium an der Berliner Humboldt-Universität, das er mit dem Diplom abschloss. Danach arbeitete er mehrere Jahre in einer Gärtnerei in Barth, von dort ging er für einige Jahre in eine Gärtnerei nach Vetschau im Spreewald. Zurück in Steinhagen leitete Pfotenhauer die damalige LP-Gärtnerei Am Tannenberg. Im Jugendwerkhof in Rühn bildete er zudem angehende Gärtner für den Beruf aus. Nach der Wende kam für den Steinhäger wiederum eine berufliche Veränderung: Er ging in die Selbstständigkeit und war 15 Jahre lang im Landesforschungsinstitut in Gülzow im Gemüseanbau zu finden.

Seine privaten Gewächshäuser blieben für Pfotenhauer sein Rückzugsort. Dort könne er schon immer Entspannung finden, dort gehöre er hin, sagt er. Die Gewächshäuser hat der Rentner inzwischen seinem Sohn vererbt – um die Pflanzen kümmert er sich jedoch nach wie vor selbst.


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