Mittsommer-Remise : Das bodenständige Gutshaus

Seit 2016 kommt Birgitta Kinscher jedes Wochenende nach Diedrichshof.
Seit 2016 kommt Birgitta Kinscher jedes Wochenende nach Diedrichshof.

Birgitta Kinscher präsentiert das Gutshaus in Diedrichshof erstmals der Öffentlichkeit

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22. Juni 2017, 12:00 Uhr

Das Gutshaus Diedrichshof, etwas abgelegen kurz vor dem Ortsausgang, ist der perfekte Rückzugsort. Umgeben von einem ein Hektar großen Grundstück mit viel Wiese und einem kleinen See macht das mit Efeu bewachsene Gebäude einen verwunschenen Eindruck. In dieser Kulisse hat Birgitta Kinscher ihr zweites Zuhause gefunden. Die Berlinerin hat 2016 den Westflügel des Gutshauses übernommen. Am Sonnabend, wenn anlässlich der Mittsommer-Remise wieder zahlreiche Guts- und Herrenhäuser in ganz MV ihre Türen öffnen, wird Birgitta Kinscher das Anwesen einem öffentlichen Publikum präsentieren.

Die Entscheidung, einen Teil des Gutshauses zu übernehmen, habe sie kurzentschlossen getroffen, erzählt Birgitta Kinscher. Durch die Bekanntschaft mit dem Besitzer, der das Haus Anfang der 1990er-Jahre gekauft hatte, kenne sie dieses ziemlich gut. „Ich war über die Jahre oft mit meinen Kindern hier. Dann haben wir bei der Heu- und Rübenernte geholfen. Alles, was es in der Stadt eben nicht so gibt“, erzählt die 55-Jährige. Im vergangenen Jahr stieg sie schließlich mit ein. Seitdem verbringt Kinscher, die in Berlin an einer Fachhochschule arbeitet, fast jedes Wochenende in Diedrichshof.

Während der Ostflügel ausschließlich privat genutzt wird, hat Birgitta Kinscher für ihren Teil etwas andere Pläne: „Mittelfristig sollen eine Miet-, eine Ferien- und eine Privatwohnung für mich entstehen. Das wäre der Idealfall.“ Da der Ausbau des alten Hauses, das in den 1850er-Jahren gebaut wurde, im Alleingang kaum zu bewerkstelligen ist, hat sich Birgitta Kinscher den Architekten Ludger Sunder-Plassmann mit ins Boot geholt, der ein altes Gutshaus in Boitin besitzt. „Für die Eigenarbeit ist das Haus viel zu groß und besonders“, sagt Kinscher. Es sei ihr zudem wichtig, nichts zu überstürzen, sondern sich erst einmal dem Projekt anzunähern und einen Plan zu entwickeln.

Der ist jetzt schon recht konkret. So soll zunächst die Außenfassade in Angriff genommen werden. „Ein Restaurator hat sich schon einen Überblick verschafft.“ Von seinem Besuch zeugen kleine Zettelchen, die bei genauem Hinsehen zum Beispiel am Eingangsbereich zu finden sind. Außerdem sollen die Fenster gemacht werden. Da sie den finanziellen Teil nicht komplett allein stemmen kann, plant Birgitta Kinscher, sich für Leadermittel zum Erhalt historischer Bausubstanz zu bewerben.

Nach der Sicherung der Bausubstanz soll der Innenausbau folgen. Wie das aussehen soll, steht noch nicht im Detail fest. „Eine Wohnung soll auf jeden Fall im Erdgeschoss entstehen, möglichst barrierefrei“, sagt Birgitta Kinscher.

Die Arbeiten am Gutshaus versteht Kinscher nicht als Maßnahme, um das Haus hochherrschaftlich aufzupolieren, sondern vielmehr seinen ländlichen Charakter zu wahren. „Mir schwebt eher eine bodenständige Herangehensweise vor“, sagt sie. Die Mittsommer-Remise am Sonnabend sei für sie die ideale Gelegenheit, viele Menschen auf das Gelände zu bekommen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen. „Es ist für mich wichtig, zu erfahren, worauf die Leute reagieren. So bekomme ich ein Gefühl dafür, welche Pläne wirklich umgesetzt werden können.“

Auch wenn das Projekt erst am Anfang steht, fühlt sich die Berlinerin schon jetzt wohl in ihrem Wochenend-Domizil. Im Garten und mit diversen Tieren – es gibt Hunde, Hühner und Ponys – genießt Birgitta Kinscher das ländliche Leben. Langfristig gesehen plant sie, der Hauptstadt komplett den Rücken zu kehren. „Ich habe die Idee, dass ich mich hier zurückziehe, wenn ich in Rente gehe.“

Das komplette Programm der Mittsommer-Remise gibt es im Internet unter www.mittsommer-remise.de

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