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Bützower Zeitung

18. November 2017 | 17:17 Uhr

Bützow : Das Berufsleben immer im Blick

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Käthe-Kollwitz-Schule beteiligt sich an Wettbewerb für Bildungseinrichtungen, die in besonderem Maß auf das Berufsleben vorbereiten

von
erstellt am 22.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Die Käthe-Kollwitz-Schule leistet hervorragende Arbeit in Sachen Berufsvorbereitung – zu diesem Urteil kam die Jury des Wettbewerbs „Starke Schule“, an dem bundesweit rund 500 Schulen teilnehmen. In Schwerin wird morgen der Sieger aus Mecklenburg-Vorpommern bekannt gegeben. Die Bützower Regionalschule hat sich neben drei anderen Einrichtungen des Landes für diesen Endausscheid qualifiziert. „Wir sehen unsere Teilnahme als folgerichtig an. Wir machen so viel, um unsere Schüler auf das Leben vorzubereiten, also dachten wir, warum sollten wir das nicht auch mal durch eine entsprechende Kommission prüfen lassen“, sagt Schulleiterin Gudrun Radziwolek.

In die enge Auswahl kam die Käthe-Kollwitz-Schule wegen ihres Konzeptes, das die Schüler schon ab Klasse 5 auf einen erfolgreichen Abschluss beziehungsweise die Fähigkeit, sich danach in der Berufswelt zu behaupten, vorbereitet. „Wir haben vor acht Jahren angefangen, uns intensiv damit zu beschäftigen“, sagt Gudrun Radziwolek. Entstanden ist ein Schulkonzept, das die Berufsorientierung schon von Anfang an im Blick hat.

So unternehmen schon die 5. Klassen Ausflüge in Betriebe der Region, die Sechstklässler können sich auf der Mela umschauen. In der 7. Klasse erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Ausbildungs- und Umschulungszentrum (AUZ) Schwaan eine Potenzialanalyse. Bei Werkstatttagen kommen die Schüler in Kontakt mit handwerklichen Berufen, können sich ausprobieren und ihre Fähigkeiten entdecken. Das dient schließlich als Grundlage für die Betriebsfelderkundung in der 8. Klasse, bei der sich die Schüler über zehn Tage in unterschiedlichen Berufsfeldern ausprobieren können. In den Lehrplan der Neuntklässler sind ein wöchentlicher Praxislerntag und ein Projekt integriert, bei dem die Schüler fiktive Unternehmen gründen. Im Abschlussjahr gibt es zudem ein zweiwöchiges Betriebspraktikum.

Neben den praxisorientierten Elementen wird zudem großer Wert auf die Soft Skills gelegt. „Wir haben uns damit auseinandergesetzt, wie wir die Kinder und Jugendlichen zu einer gewissen Persönlichkeitsreife bekommen“, sagt Gudrun Radziwolek. Für umfangreiches Kommunikations-, Sozial- und Methodentraining ist mehr Zeit nötig, lautete das Ergebnis. Also wurden die Unterrichtsstunden von 45 auf 40 Minuten gekürzt. Die gewonnenen Minuten werden in Klasse 5 und 6 zum Sozial- und Methodentraining und für individuelle Lern- und Arbeitszeit zusammengefasst. Auch der Praxistag in Klasse 9 wird aus dieser Mehrzeit gewonnen. So stünden sich Berufsorientierung und Rahmenlehrplan nicht im Weg, sagt die Schulleiterin.

Doch kann der Stoff auch in kürzeren Unterrichtsstunden tiefgehend genug vermittelt werden? „Die genommenen fünf Minuten kompensieren sich schon dadurch, dass das Methodentraining gesondert stattfindet. Dafür sind sonst ganze Stunden gefüllt worden“, so die Schulleiterin.

Vom Engagement der Schule sollen vor allem hiesige Arbeitgeber profitieren. „Es ist uns eine Herzenssache, dass die Jugendlichen nicht nach Berlin oder Hamburg abwandern. Diese Verantwortung nehmen wir sehr ernst“, sagt Gudrun Radziwolek. Mit einem Blick auf die Bützower Firmen und Einrichtungen sieht die Schulleiterin den Erfolg dieser Bemühungen bestätigt. Viele ehemalige Schüler würden hier eine Ausbildung machen.

Ob das Konzept der Käthe-Kollwitz-Schule auch landesweit punkten kann, wird sich morgen in Schwerin zeigen. Gudrun Radziwolek sieht der Preisverleihung entspannt entgegen. „Unabhängig davon, ob wir das Preisgeld gewinnen, sind wir ja dann auch in einem bundesweiten Netzwerk von Schulen drin. Und das allein ist schon ein großer Gewinn.“ Konkrete Pläne für den Fall, dass die Schule die 5000 Euro tatsächlich gewinnen sollte, gebe es bislang nicht, so Gudrun Radziwolek. Nur eins steht fest: „Es wird mit Sicherheit für die Schüler ausgegeben.“

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