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Bützower Zeitung

23. November 2017 | 21:45 Uhr

Bützow : Das Aus für Stadtrundfahrt

vom

Der Fremdenverkehrsverein Bützow und Umgebung darf und wird ab sofort keine Stadtrundfahrten mehr durchführen. Das Verbot wurde ausgesprochen, nachdem es Anzeigen von Taxi- bzw. Mietwagenunternehmen gegeben hatte.

svz.de von
erstellt am 07.Feb.2012 | 12:24 Uhr

Bützow | Der Fremdenverkehrsverein Bützow und Umgebung darf und wird ab sofort keine Stadtrundfahrten mehr durchführen. "Ich habe sie jetzt bis auf weiteres abgesetzt", sagt Vereinsvorsitzender Bernd Zikarsky.

Die Verkehrsbehörde des Landkreises Rostock hatte ein entsprechendes Verbot ausgesprochen, nachdem es Anzeigen von Taxi- bzw. Mietwagenunternehmen gegeben hatten. Neun solcher Firmen gibt es davon in Bützow. Der vom Vereinsmitglied Wolfgang Wehrmann eingereichte Widerspruch gegen das Verbot wurde jetzt vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr des Landes Mecklenburg-Vorpommern abgewiesen. Zugleich wurde bei Zuwiderhandlung ein Zwangsgeldes in Höhe von 2000 Euro angedroht.

Stadtvertreter Wolfgang Wehrmann hatte auf der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung über das Verfahren informiert und nachgefragt, welche Möglichkeiten es seitens der Stadt gäbe, den Verein zu unterstützen, um das Verbot aufzuheben. "Hier wird das Ehrenamt eingeschränkt", so der Vorwurf Wehrmann. Bürgermeister Sebastian Constien sah aber für eine Hilfe keinen Ansatz.

Hintergrund: Der Fremdenverkehrsverein Bützow und Umgebung bietet seit zwei Jahren regelmäßig Stadtrundfahrten an. 2009 beim Bützower Stadtfest erstmals organisiert, hatte man diese Offerte ab 2010 einmal im Monat im Veranstaltungsplan. Dafür stellte Wolfgang Wehrmann, der auch eine Ausbildung als Stadtführer absolviert hat, dem Verein einen Kleintransporter zur Verfügung. Mit Start vom Bützower Marktplatz ging es rund eine Stunde zu einer Stadterkundung. Pro Personen wurde ein Unkostenbeitrag von fünf Euro erhoben, egal ob zwei oder sieben Teilnehmer auf Tour gingen. Auch für die Fahrt von Vereinsmitgliedern zu Veranstaltungen, wie dem Rapsblütenfest in Sternberg wurde der Transporter eingesetzt.Letzteres ist erlaubt, aber keine Fahrten für Dritte, erklärt Kreissprecherin Dr. Petra Zühlsdorf-Böhm auf SVZ-Nachfrage. "Bietet der Verein Stadtrundfahrten für Dritte an, begibt er sich damit auf den freien Markt. Dabei ist es egal, ob es ein solches Angebot durch bereits bestehende Taxi- oder Mietwagenunternehmen gibt oder nicht." Egal sei auch, ob mit dem Unkostenbeitrag ein Gewinn erzielt werde oder es wirklich nur die Ausgaben deckt. "Das alles spielt keine Rolle", so die Kreissprecherin.

Wer für Dritte Fahrten anbiete, benötige eine Konzession. Die könne aber kein Verein, sondern nur eine juristische Person erhalten. "Die Konzession kostet für fünf Jahre 75 Euro. Außerdem müsse das Fahrzeug einmal im Jahr durch den TÜV", so die Kreissprecherin. Hinzu käme ein Gerät zur Erfassung der gefahrenen Kilometer und eine korrekte steuerliche Abrechnung.

"Das wir für die Stadtrundfahrten eine solche Konzession benötigen, habe ich nicht gewusst", sagt Vereinsvorsitzender Bernd Zikarsky, der darauf verweist, dass es sich um keinen Vereinsbus handelt.

Ebenfalls untersagt ist es, Menschen von A nach B zu transportieren, auch wenn es sich um Vereinsmitglieder handelt. Wenn die Fahrt nicht dem eigentlichen Vereinszweck dient, sind sie zu unterlassen. Ein massiver Vorwurf, der im Raum steht, und letztlich zu den Anzeigen gegen Wehrmann geführt hatte. Das sieht Wehrmann anders, pochte im Verbots- und Widerspruchsverfahren auf seine Sichtweise, bekam aber kein Recht.

In diesem Punkt liegt auch Vereinschef Bernd Zikarsky nicht auf Wehrmanns Wellenlänge. Er habe deshalb zunächst auch das Informationsbüro des Vereins in der Gartenstraße schließen lassen, das es seit vergangenem Jahr in den Räumen von Wolfgang Wehrmann gibt, erklärt Zikarsky. In dieser Woche wolle man im Verein darüber beraten, ob die Stadtrundfahrten unter den gesetzlichen Auflagen fortgesetzt werden können.

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