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Bützower Zeitung

20. September 2017 | 00:19 Uhr

Bützow : Das Aus für grüne Rückzugsorte

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Stadt möchte Planungen für neuen Eigenheimstandort vorantreiben / Hobbygärtner müssen weichen

von
erstellt am 03.Feb.2017 | 09:00 Uhr

Die Stadt Bützow braucht mehr Platz. Platz für neue Bauplätze. Bauplätze für neue Eigenheime. Denn die Bauflächen in der Wismarschen Straße sind längst vergeben. Und auch in der Innenstadt sind nur noch wenige Lücken frei.

Deshalb beschlossen die Stadtvertreter im September, zwei neue Baugebiete auszuweisen und entsprechende Bebauungs- und Flächennutzungspläne zu erstellen. Dabei handelte es sich um eine bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche hinter dem jetzigen Neubaugebiet an der Pustohler Chaussee in Richtung Rühn. Dort wäre Platz für rund 40 Eigenheime.

Ein zweiter Standort, mehr in Zentrumsnähe, ist der zwischen Leninring und Warnowweg. Dort befinden sich derzeit noch Kleingärten. Die sollen nun einem neuen Wohngebiet weichen. Dafür lag den Mitgliedern des Bauausschusses auf ihrer Sitzung in dieser Woche ein Planungskonzept vor. Das sieht 13 Baugrundstücke mit einer Größe von 600 bis 900 Quadratmetern vor, erklärte Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos).

Die Parzelle sei für ihn ein Rückzugsort, erzählt ein Bützower, der dort einen Garten bewirtschaftet, und das schon 25 Jahre lang. Rund 700 Quadratmeter sei die Parzelle groß. Rasen, aber auch Beete für „Kartoffeln und ein bisschen Grünzeug“. Unter den Nachbarn gebe es schon Unruhen, erzählt der Mann, der seinen Namen öffentlich nicht nennen möchte. Er würde auch einen anderen Garten nehmen. „Doch nicht, wo das Unkraut so hoch steht“, sagt er und zeigt in Brusthöhe. Ganz von vorne anfangen möchte er nicht. Nicht alle Gärten werden noch bewirtschaftet. Die Nachbarin zum Beispiel hätte den Garten bereits im vergangenen Jahr aufgegeben.

Bis auf dem heutigen Gartenland die ersten Bauleute anrücken können, seien noch viele Fragen zu klären, sagte Bürgermeister Christian Grüschow im Bauausschuss. Gerade die Gespräche mit den Hobbygärtnern könnten nicht ganz unproblematisch werden, so Grüschow. Ein Teil der Fläche, im vorderen Bereich des künftigen Baugebietes in Richtung Straße, sei auf der Grundlage von Pachtverträgen zwischen der Stadt und den Hobbygärtnern vergeben. Die Fläche im hinteren Bereich gehört zur Gartenanlage Warnowgrund.

„Wir sind uns noch nicht ganz sicher, ob wir eine Einwohnerversammlung machen oder doch eher individuelle Gespräche führen. Denn jeder Pachtvertrag sieht anders aus“, sagt der Verwaltungschef. Es werde um Kündigungen, Ausgleichsmaßnahmen und sicherlich auch mögliche Entschädigungszahlungen gehen. Auch darüber müssten sich die Stadtvertreter einig sein. Welcher zeitliche Rahmen angedacht sei, wollte Stadtvertreter Wolfgang Wehrmann (EB) wissen. Grüschow: „Das lässt sich schwer einschätzen. Wir haben Planungsrecht. Aber wir wollen auch eine faire Lösung finden.“

Bis zum Jahresende sollten aber alle notwendigen Beschlüsse herbeigeführt werden, hofft der Bürgermeister.

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