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Bützower Zeitung

20. August 2017 | 02:25 Uhr

Bützow : Damit die Mahlzeit genießbar ist

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Klaus Warning ist Pilzsachverständiger und berät im Auftrag des Landkreises Sammler

Ein Korb voller Pilze: Pfifferlinge, Maronen, Steinpilze und... Ja, was ist das eigentlich für ein Pilz? Und der da? Wer sich nicht sicher ist, der sollte sich lieber beraten lassen. Bevor eine Pilzmahlzeit vielleicht böse Folgen hat.

Klaus Warning aus Bützow ist einer der Pilzsachverständigen in MV und berät im Auftrag des Landkreises Rostock Sammler in unserer Region. Für den Experten ist das ganze Jahr über Pilzzeit, nicht nur im Sommer und Herbst, wenn die „bekannten“ Pilze aus dem Waldboden sprießen. „Es gibt ein paar Arten, die zum Beispiel erst bei Frost wachsen“, weiß der Experte. „Wir haben da beispielsweise den Winterpilz oder Samtfußrübling, einen der besten Suppenpilze. Er wächst überwiegend an der Weide. Ein anderer Pilz, der bei Frost wächst, ist der Austernseidling, der an Holz und sehr gerne an Buche zu finden ist. Beide sind wunderbare Speisepilze.“

Das Problem ist nur, wie eingangs erwähnt, dass viele Sammler sich bei den verschiedenen Pilzarten nicht wirklich auskennen. Ist auch schwer, bei etwa 5000 bis 6000 Arten, die makroskopisch (mit dem bloßen Auge) erkennbar sind. Da ist dann Klaus Warning der richtige Mann. „Meine Hauptaufgabe ist es, die Leute über die Essbarkeit der Pilze aufzuklären“, erläutert der 75-Jährige. Dies sei umso einfacher, wenn die Sammler ein paar Regeln beachten. „Leider schneiden viele Leute den Pilz über dem Boden am Stiel ab. Das ist grundsätzlich falsch. Der Pilz sollte mit der Hand ganz aus dem Boden geholt werden, was gerade bei Blätterpilzen sehr wichtig ist. Denn Giftpilze haben ihre Unterscheidungsmerkmale an der Basis“, so Klaus Warning. Weil der Pilz ein Fruchtkörper sei, dessen Geflecht im ganzen Waldboden verteilt ist, schade es nicht, den ganzen Pilz samt Stiel aus dem Waldboden zu holen.

Gut sei es auch, wenn die Sammler ihre Pilze zur Beratung schon etwas sortiert bringen. Klaus Warning: „Das erleichtert den ersten Überblick über die gesammelten Pilze enorm.“ Generell gelte, sie beim Sammeln in luftdurchlässige oder geflochtene Körbe zu legen. Ungeeignet seien Eimer oder gar Plastiktüten. „In Eimern und vor allem Tüten kann die Luft nicht zirkulieren, der Verwesungsprozess unter den Pilzen setzt dann viel schneller ein“, so Warning, der jährlich zwischen 180 und 250 Beratungen durchführt.

Wer sich nun aber nicht hat beraten lassen, Pilze isst und dann plötzlich ein eigenartiges Bauchgefühl bekommt? Klaus Warning: „Es gibt bis zu zehn Symptome, die auf eine Pilzvergiftung hinweisen können. Dazu gehören Übelkeit, Durchfall, Erbrechen und Herzrasen. Bis zu einer halben Stunde nach Verzehr der Mahlzeit ist das meist noch kein Problem. Da hilft ein Auspumpen des Magens.“ Problematischer sei es, wenn die Symptome, wie bei einigen Pilzen, erst nach zwei oder drei Tagen oder gar zwei Wochen auftreten. Tödlich könne der Verzehr von Grünem Knollenblätterpilz und Pantherpilz enden.

Generell berät Klaus Warning nur, wenn er die Pilze vor sich sieht. Allerdings kam es auch schon vor, dass Leute selbst gesammelte Pilze gegessen haben und dann plötzlich Beschwerden bekamen. „Beispielsweise meldete sich eine Frau per Telefon, der es nicht gut ging und die dachte, sie müsse nun sterben. Ich beruhigte sie erst einmal und fragte, ob sie noch ein paar Pilze habe. Hatte sie und schickte mir ein Foto davon per Handy. Ich konnte sie dann beruhigen, dass es keine Giftpilze waren.“

Wie gesagt, beginnt für die meisten Sammler erst jetzt die Pilzsaison. „Das Jahr fing nicht so gut an“, weiß Klaus Warning. „Es war lange Zeit zu trocken. Jetzt aber lohnt es sich schon“, so der 75-Jährige, dessen Pilzberatung kostenlos ist. Wer also gewiss sein möchte, dass seine gesammelten Pilze essbar sind, kann sich zur Beratung anmelden unter Telefon 038461/27  09 oder 0174/4  68  80  98.

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erstellt am 23.Jul.2016 | 12:00 Uhr

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