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Stiftskirche Bützow : Da ist Musik unterm Dach

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Förderverein lud ein zum Dachbodenfest / Bisher 50 000 Euro an Spenden für vollständiges Geläut eingeworben

von
erstellt am 20.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Ein dumpfer Ton schallt durch die Bützower Stiftskirche. Wieder und immer wieder. Die Orgelbauer aus Dresden sind beim Stimmen der Orgelpfeifen, nachdem die Königin der Instrumente komplett auseinandergenommen, gereinigt und wieder zusammengesetzt wurde. Eine Sisyphusarbeit. Von dem, was zwei Etagen über ihnen passiert, bekommen die Orgelexperten deshalb auch gar nichts mit. Auch nicht von der Musik, die dort erklingt unter dem Dach des altehrwürdigen Gotteshauses. Denn dort findet das Dachbodenfest statt, zu dem der Förderverein der Stiftskirche eingeladen hat.

Für Liv Jantje Fischer, Lisa Schröder und Thea Sophie Warner, junge Musiker vom Geschwister-Scholl-Gymnasium, ist diese Bühne auf den Brettern unterm Kirchendach eine Premiere. Mitstreiterin Anne-Sofie Bogdanski konnte diese Erfahrung bereits mit ihrer Schwester sammeln, erzählt die Gymnasiastin.

Vereinsvorsitzender Axel Ulrich und Rainer Boldt, vom Vereinsvorstand, zeigte sich jedenfalls zufrieden mit dem Ambiente und der Resonanz an diesem Abend. Denn das traditionelle Dachbodenfest des Fördervereins war in den zurückliegenden beiden Jahren abgesagt worden. Auch unter dem Kirchendach mussten die Spuren des Tornados vom 5. Mai 2015 beseitigt werden. Und das ist gelungen, wie sich die Besucher der Veranstaltung an diesem Abend überzeugen konnten. Nicht nur die Spuren des Tornados sind beseitigt, auch der Aufstieg zu den Glocken im Turm der Stiftskirche ist jetzt wieder möglich und vor allem noch einfacher. Die steilen Holzstufen bekamen nämlich auch einen Handlauf, wie Axel Ulrich erzählt. Denn die Glocken stehen auch im Mittelpunkt des neuen Projektes, welches sich der Förderverein auf die Fahnen geschrieben hat: Die Bützower Kirche soll wieder ihr vollständiges Geläut bekommen.

Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es vier Glocken. Drei wurden demontiert und abtransportiert. Sie wurden vermutlich zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Nur eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1486 wurde verschont. Zudem gibt es heute noch eine zweite Bronzeglocke und eine aus Eisen, beide aus den 1950er- Jahren. Die fehlende größte Glocke, sie war rund 2,7 Tonnen schwer, soll neu gegossen werden. Außerdem soll die Eisenglocke ersetzt und die vorhandene Bronzeglocke aus den 1950er-Jahren umgegossen werden.

Vor knapp eineinhalb Jahren hat der Förderverein deshalb eine Spendenaktion gestartet. Etwa 120 000 Euro seien erforderlich, um die Arbeiten in Auftrag zu geben, erzählt Rainer Boldt. „Rund 50 000 Euro haben wir jetzt an Spenden zusammen“, erklärt das Vorstandsmitglied. Deshalb gab es jetzt erste Absprachen mit dem Kirchengemeinderat zur Gestaltung der Glocken. „Denn wir als Verein sorgen nur für das Geld. Wie die Glocken gestaltet werden, auch die Inschrift ist Angelegenheit der Kirchengemeinde“, erklärt der Bützower.

Der Kirchengemeinderat stehe da aber noch ganz am Anfang, sagt Pastorin Johanna Levetzow. Es gebe verschiedene Themen, die für eine Inschrift in Frage kommen. Da werde man sich auch mit den Orgelbauern abstimmen.

Der Förderverein wird weiter Spenden sammeln. Mit dem derzeitigen erreichten Grundstock kann er nun auch daran gehen, zum Beispiel Stiftungsgelder einzuwerben. Denn den Auftrag möchte der Verein erst auslösen, wenn wirklich die Finanzierung komplett steht. „Deshalb haben wir von Anfang an auch keinen Termin setzen“, sagt Rainer Boldt.

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