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Bützower Zeitung

19. November 2017 | 13:22 Uhr

Bützow : Constien verspricht Nähe

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Landrat will, dass Kreis und Gemeinden enger zusammenrücken / Innenminister Caffier würdigt ehrenamtliches Engagement

svz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 06:00 Uhr

Der Landkreis Rostock befindet sich im Umbruch. Und die Verwaltungsspitze des Kreises stehe dafür beispielhaft, erklärte Landrat Sebastian Constien (SPD) beim Jahresempfang auf dem Gut Gerdshagen bei Satow. Während der vergangenen vier Jahre seien alle Spitzenämter neu besetzt worden. Vollendet wird der Wechsel, sobald Romuald Bittl das Dezernat für Wirtschaft und Bau von Wolfgang Kraatz übernimmt. Einen Generationenwechsel erkennt der Landrat aber nicht nur im Kreis, sondern auch in den Gemeinden. Zudem machte Constien auf Probleme aufmerksam.

An der Spitze von Städten und Gemeinden des Kreises vollziehe sich ebenfalls ein Wechsel, hielt Constien fest. „Verdienstvolle Persönlichkeiten wie Fred Ibold in Tessin, Rainer Karl in Kühlungsborn, Joachim Hünecke in Sanitz und Reinhard Dettmann in Teterow haben ihren Dienst als Bürgermeister beendet oder werden ihn beenden.“

Sebastian Constien betonte, dass der Umbruch das Ergebnis eines Prozesses ist, der noch immer andauert.Während des fünften Geburtstages des Landkreises im vergangenen Jahr habe man festgestellt, dass es Schwierigkeiten mit dem neuen, großen Landkreis gebe. „Vor allem für die Kommunalpolitiker“, sagte Constien. „Die Entwicklung dieses großen Kreises mitzugestalten, ist für sie deutlich anstrengender geworden.“ Insbesondere die zum Teil großen Entfernungen würden persönliche Kontakte erschweren, die für vertrauensvolle und wirkungsvolle Kommunalpolitik wichtig seien. „Die Bürgermeister kleinerer Gemeinden stehen wegen der größeren Entfernungen nicht mehr in so engem persönlichen Kontakt mit der Kreisverwaltung, wie sie es gewohnt waren.“

Der Landrat versprach diesbezüglich jedoch Besserung: „Ich versichere Ihnen jedoch, dass ich gemeinsam mit Anja Kerl, Stephan Meyer, Dr. Wolfgang Kraatz und künftig Romuald Bittl bestrebt bin, den Kontakt zu Ihnen, den zahlreichen ehrenamtlichen Kommunalpolitikerinnen und -politikern aufrecht zu erhalten und zu intensivieren.“ Ein Mittel dafür solle beispielsweise die Kreisbereisung sein, die zur Tradition werden soll. Zudem betonte Constien, dass für jeden die Tür offen stehe und er sich stets über Einladungen vor Ort freue. Constien dankte den ehrenamtlichen Kommunalpolitikern für ihren Einsatz, in ihrer Freizeit die Kommunen mitzugestalten.

Auch Landesinnenminister Lorenz Caffier (CDU) weiß um das Engagement, was sich hinter dem Wort Ehrenamt versteckt. Der ehrenamtliche Einsatz sei „mehr als das Salz in der Suppe“. Es sei ein elementarer Baustein der Gesellschaft. „Und dafür kann man nicht oft genug danke sagen.“ Deswegen gehöre ein solches Engagement auch forciert, „nicht nur mit Geld, auch mit weniger Bürokratie und mit mehr Anerkennung.“ Der öffentliche Dienst solle weniger als Bremser auftreten, sondern mehr als Vorbild.

Während seiner Grußworte sprach Caffier auch das Thema Fusion an. Da viele kleine Gemeinden nicht zukunftsfähig seien, sei er Befürworter von freiwilligen Fusionen. Zwangszusammenschlüsse hingegen würden Probleme bereiten. „Kleine Einheiten spornen zum Ehrenamt an“, so der Innenminister. Identität sei nicht unwesentlich. „Ich möchte keine leblosen Verwaltungsgemeinschaften ohne Seele.“

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