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Bützower Zeitung

14. Dezember 2017 | 14:12 Uhr

Bützow : Computer oder weiterhin Papier?

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Computerexperte und Verwaltung werben für papierlosen Sitzungsdienst, doch so mancher Stadtvertreter ist skeptisch

svz.de von
erstellt am 10.Sep.2014 | 16:10 Uhr

Mit rasantem Tempo hat die Computertechnik in den Amtsstuben des Bützower Rathauses Einzug gehalten. Jetzt könnte auch die Zeit, da die ehrenamtlichen Stadtvertreter vor den Sitzungen viel Papier zu wälzen haben, ihrem Ende entgegen gehen.

Ein Computerexperte stellte auf der Stadtvertretersitzung den papierlosen Sitzungsdienst vor. Statt ausgedruckt würden dann alle die Unterlagen nur noch per Computer erhalten. Sie könnten damit auf dem Computer arbeiten. Doch nicht alle Stadtvertreter sehen dem mit Freude entgegen.

„Es würde alles viel schneller gehen“, sieht Ralf Bartel von der Computerfirma, die das Informationssystem im Rathaus betreut und der das neue Projekt vorstellte, einen Vorteil der neuen Arbeitsweise. „Es wäre eine große Arbeitserleichterung für die Mitarbeiter der Verwaltung“, schätzte auch Hauptamtsleiter Frank Endjer ein. Seine Kollegen seien oft stundenlang damit beschäftigt, Beschlussvorlagen auszudrucken, zu sortieren, einzutüten und wegzuschicken. „Das ist eine Kostenfrage.“ Außerdem sei das Arbeiten per Computer umweltschonender, „weil nicht zehntausende Seiten Papier ausgedruckt werden müssten.“ Immerhin habe allein ein Stadt-Haushalt, den jeder Abgeordnete bekommen muss, um die 100 Blatt. „Und das müssen wir immer mindestens mal 12 sehen. Denn wir versorgen ja nicht nur die Stadtvertretung mit Unterlagen, sondern auch den Amtsausschuss, die elf Mitgliedsgemeinden im Amt, Fachausschüsse, Ortsteilvertretungen u. v. a. m. Insgesamt haben wir 50 Gremien zu betreuen“, so Frank Endjer.

„Wenn alle Gemeinden im Amt mitziehen, hätte man 200 Personen, die das System nutzen. Und das hätte sich dann nach spätestens anderthalb Jahren amortisiert“ so Bartel.

Statt mit einem Stapel Papier unterm Arm würde man dann mit Notebook oder Tablet-PC zur Sitzung kommen. Man hätte dann nicht nur die aktuellen Dokumente vor Ort, „sondern könnte bei jeder Sitzung auch auf frühere Dokumente zugreifen“, wirbt Ralf Bartel begeistert für das papierlose Arbeiten.

„Ich habe keinen Computer und werde mir auch keinen anschaffen. Was soll denn der Vorteil dieses Systems für mich sein?“, fuhr ihm Stadtvertreter Peter Müller (71, SPD) in die Parade. „Sie haben als Abgeordneter Anspruch darauf, die Unterlagen schriftlich zu kriegen“, beruhigte Frank Endjer.

Wenn aber die Teilnehmerzahl an dem neuen System unter einen bestimmten Punkt sinke, rechne es sich nicht mehr, machte er klar.

„Ich werde auch in der Perspektive die alte Variante benutzen“, meinte Wolfgang Wehrmann (52, AFD).

„Ich würde der Einführung eines solchen Systems eigentlich zustimmen“, so Frank Schröder (38, CDU). „Wir haben in Bützow nicht überall ein schnelles Internet“, gab Jörg Krone (UBB) zu bedenken.

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