zur Navigation springen

Stiftskirche zu Bützow : Buntglasfenster: Sanierung startet

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Mit einer zweiten Finanzsspritze kann der Förderverein mit den Arbeiten an den Fenstern beginnen

von
erstellt am 04.Mai.2016 | 05:00 Uhr

Die beiden Buntglasfenster der Bützower Stiftskirche lassen auf den ersten Blick nur erahnen, wie sehr ihnen der Tornado vor genau einem Jahr tatsächlich zusetzte. Es ging kaum Glas zu Bruch, die eigentlichen Schäden verstecken sich im Detail. Viele der Rippen – die vertikalen Mauerziegel – sind gebrochen sowie die horizontalen Windeisen beschädigt, die das Glas der historischen Spitzbogenfenster halten.

Das sogenannte Lutherfenster auf der Nordseite sowie das Wappenfenster gegenüber komplett zu restaurieren kostet etwa 75  000 Euro. Die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz sicherte mit einer Fördersumme über 60  000 Euro bereits im vergangenen Jahr die Finanzierung der Maßnahme. Karsten Pannwitt, Vorstandsmitglied der Ostseesparkasse in Rostock, überbrachte nun gestern gemeinsam mit Sabine Preuß, Leiterin der Bützower Filiale, einen Bescheid an Pastorin Johanna Levetzow und Axel Ullrich, Vorsitzender des Fördervereins der Stiftskirche. Die Ospa-Stiftung und die der Ostdeutschen Sparkasse wollen weitere 9000 Euro in das Projekt investieren.

Das nötige Gerüst für die Umsetzung steht bereits. Los geht es mit dem Wappenfenster, einer Rekonstruktion aus der Mitte der 1980er Jahre, auf dem Wappen Mecklenburger Städte sowie die Sitze des Bischoffs zu sehen sind. Obwohl das Glas heil blieb, kommt auf die Handwerker viel Arbeit zu – nicht nur, weil die Fenster über zwei Meter hoch sind. „Es muss neu aufgebaut werden“, erklärte Böhnke kurz. So werde das Fenster komplett auseinandergenommen, neu verbleit und schließlich wieder zusammengesetzt. Gleichzeitig werden die Windeisen erneuert und die Rippen neu gemauert sowie ein neues Schutzgitter angebracht, um Schäden zu vermeiden.

Das neogothische Fenster, auf dem Luther abgebildet ist, stammt von 1909 und hat eine kleine Besonderheit aufzuweisen. Denn während die Mehrzahl der Fenster in der Kirche mit Ziegelrippen ausgestattet ist, wurde beim Lutherfenster Beton benutzt. „Damals war das ein interessanter Baustoff“, so Architekt Hartmut Böhnke. Das Fenster war ein Geschenk des Bützower Landbaumeisters Adolf Prahst, das er der Kirche zu seinem 80. Geburtstag machte. Wenn die Arbeiten weiter nach Plan voranschreiten, könnten die beiden Buntglasfenster noch in diesem Jahr fertig saniert werden. Doch die heftigen Vibrationen am 5. Mai haben dafür gesorgt, dass dennoch nichts wie damals ist. „Alle Fenster haben sich verändert in der Optik“, erklärte Architekt Hartmut Böhnke gestern.

Von den Fenstern einmal abgesehen, präsentiert sich das Gotteshaus derzeit mit vielen Gerüsten im Innenbereich. Der Bauabschnitt 8/2015, der ursprünglich im August 2015 hätte beginnen sollen, ist derzeit in vollem Gange. Diese Sanierungsmaßnahmen gehen bereits über die Schäden des Tornados hinaus. Doch der Sturm hinterlässt noch immer viel Arbeit. Nachdem die Gewölbe von Ziegeln und Schutt befreit waren, zeigte sich das wahre Ausmaß. „Die Gewölbe sind alle wieder aufgerissen“, berichtet Hartmut Böhnke.

Doch auch wenn der Tornado die Arbeiten an der Stiftskirche zurückwirft, sei in dem vergangenen Jahr mehr passiert, als er für möglich gehalten habe, so der Architekt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen