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Ausstellung über Sonnenuhren in Bützow : Bützows Kronjuwel im Krummen Haus

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Als Vorbote zur 41. Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie in Bützow, findet ab morgen eine Ausstellung über Sonnenuhren statt. Die Stadt hat mit seiner Sonnenuhr ein "Kronjuwel" aufzuweisen.

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2012 | 10:40 Uhr

Bützow | Ein "Kronjuwel" hat die Stadt Bützow mit seiner "Lüdersschen Mittag-Sonnenuhr" aufzuweisen. So sieht es der Mathematiker Willy Bachmann, der vom 17. bis 20. Mai zu den Teilnehmern der 41. Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Chronometrie in Bützow gehört. "Solch ein historisches Präzisionsinstrument" habe er bisher persönlich noch nicht gesehen, und er sei schon ganz gespannt darauf. Dies schrieb der Rheinländer dem Bützower Sonnenuhrexperten und Vorsitzenden des Bützower Heimatvereins Dieter Menter. Seit gestern ist ein detailgetreues fotografisches Abbild der Mittag-Sonnenuhr, die ansonsten in der Bützower Stiftskirche zu finden ist, im Krummen Haus zu sehen. Es bildet den Mittelpunkt der kleinen Ausstellung zum Thema "Bützower Sonnenuhren", die anlässlich der bestehenden Fachtagung mit Teilnehmern aus Deutschland, der Schweiz und Österreich morgen um 19 Uhr offiziell eröffnet wird. Um die 40 Sonnenuhrexperten und ihre Partner werden zu der Tagung in der Warnow-Stadt erwartet. Was als positiven Nebeneffekt eine hervorragende Auslastung der beiden großen Hotels in der Stadt mit sich bringt.

"Wenn der Schatten der Sonne durch einen Ort geht, dann ist dort Mittag", erläutert Dieter Menter das Prinzip der Lüdersschen Sonnenuhr, die aus dem Jahre 1765 stammt und die in den letzten Jahren von engagierten Mitgliedern des Bützower Heimatvereins und Fachleuten restauriert wurde. Ziel ist, die Sonnenuhr originalgetreu an der Südseite der Stiftskirche nachzubilden. Ihre Wiederherstellung ist das nächste große Vorhaben der Bützower Sonnenuhrexperten. "Bisher fehlt uns dazu aber noch das nötige Geld", sagt Menter. Man hoffe dafür sowohl auf Fördermittel als auch auf Sponsoring. Wenn aber die Sonnenuhr mit Schattenstab einmal montiert ist, dann wird sie anzeigen: In Rom ist dieselbe Zeit wie in Bützow, denn beide liegen auf demselben Längengrad. "Wenn in Rom um 12 Uhr die Glocken vom Petersdom läuten, dann ist auch in Bützow Mittag", sagt Menter.

Durch private Hilfe wieder instand gesetzt wurde vor Jahren die horizontale Sonnenuhr, die 1989 bei Arbeiten im See des Wasserschlosses Gnemern gefunden wurde und die heute im Bützower Heimatmuseum steht. "Das Schattensegel war ausgebrochen. Die Bauschlosserei Horst Rutenbeck hat wieder eines in die Uhr eingesetzt", erinnert sich Menter. Doch er weiß auch noch: "Früher, als das Museum noch im Schloss war, wurde die Uhr, die wie eine Platte auf einem Steinsockel aussieht, vor allem als Blumentisch zweckentfremdet: Es kamen ein Deckchen und ein Blumentopf rauf - fertig. Heute nun wird das wertvolle Stück etwas mehr gewürdigt. Zur Ausstellung steht die Gnemersche Sonnenuhr genau am Fenster - und zeigt dort die Zeit an. Dazu hat Dieter Menter sie gerade wieder "eingenordet".

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