Landratswahl 2013 : Bützows Bürgermeister möchte Sonderurlaub

Sebastian Constien
Sebastian Constien

Bützows Bürgermeister Sebastian Constien möchte nach seinem regulären Jahresurlaub Anfang August in unbezahlten Sonderurlaub gehen. Dann will der Landrats-Kandidat der SPD in den Wahlkampf ziehen.

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28. Mai 2013, 10:47 Uhr

Bützow | Wie viel unbezahlten Urlaub des Bützower Bürgermeisters verkraftet die Verwaltung? Eine Antwort auf diese Frage wurde auf der Hauptausschusssitzung am Montagabend verschoben. Zunächst genehmigten die Ausschussmitglieder Sebastian Constien nur seinen Jahresurlaub. Über weitere freie Tage soll Anfang Juli entschieden werden.

Hintergrund: Der Hauptausschuss und die Stadtverwaltung stehen vor einer einmaligen Situation. Mit der offiziellen Nominierung von Sebastian Constien als Landrats-Kandidat durch den SPD-Kreisverband tritt erstmals ein amtierender Bürgermeister in einen Wahlkampf auf einer anderen kommunalen Ebenen ein. "Ich möchte das ganz deutlich sagen. Ich möchte ganz deutlich meine Aufgaben als Bürgermeister der Stadt Bützow und meinen Wahlkampf um den Posten des Landrates voneinander trennen", diktierte Constien dem Reporter ins Notizbuch. Letzteres sei eine ganz private Angelegenheit.

Deshalb möchte Sebastian Constien von Anfang Juli bis Anfang August seinen Jahresurlaub nehmen, um anschließend bis zur Wahl am 22. September in einen unbezahlten Sonderurlaub einzusteigen, so die Ausgangssituation.

Doch eine so lange Abwesenheit des Verwaltungschef schmeckt den Mitgliedern des Hauptausschusses nicht. Sowohl Karsten Thiemann und Frank Schröder (CDU) als auch Wolfgang Wehrmann (EB/FDP) könnten den Wunsch Constiens verstehen. Doch angesichts der angespannten Personalsituation sei eine durchgängige Abwesenheit des Bürgermeisters nicht zu akzeptieren. Constien hält dagegen, dass er in den drei Jahren seiner Zeit als Bürgermeister lediglich einmal eine Woche überhaupt nicht im Urlaub zu erreichen war. "Ansonsten war ich immer in Reichweite und zumeist mindestens eine Stunde am Tag im Haus." Mit seinen beiden Amtsleiterinnen hätte er die "Auszeit" besprochen. Die Personalsituation sei durch die von der Stadtvertretung erfolgte Neubesetzung von eineinhalb Stellen ein wenig entspannter. Natürlich müsse aber vor allem in der jetzt anstehenden Situation eine klarere Trennung zwischen den Aufgaben des Bürgermeisters und dem Wahlkämpfer erfolgen.

Ein Möglichkeit wäre, die Arbeitszeit zu teilen, ein Viertel als Arbeitszeit und drei Viertel als unbezahlten Sonderurlaub auszuweisen, wie Frank Schröder vorschlägt. "Wenn jemand im Urlaub ist, hat er sich nicht ständig auf der Dienststelle rumzutreiben. Da haben wir auch eine Sorgfaltspflicht." Eine andere Variante wäre, generell den Sonderurlaub auf wenigere Wochen zu verteilen. Auf der Sitzung des Hauptausschusses Anfang Juli soll eine endgültige Entscheidung fallen.

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