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Rostock-Warnemünde : Bützower Wikinger im Ostseebad

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bützower Kanuten erfüllen sich mit einem Ausflug einen lange gehegten Traum

„Matjesbrötchen bei Backfisch-Udo am Alten Strom essen und dazu ein kühles Bier!“, schwärmte bereits vor einem Jahr Tim Strauch und sinnierte über eine Fahrt mit dem Wikinger-Schiff vom Rostocker Stadthafen nach Warnemünde. Nun ist der Traum endlich wahr geworden.

Gerade noch rechtzeitig ersetzten die Tischler vom Bützower Berufsbildungsverein die alten Ruder aus brüchigem Kiefernholz durch robuste aus Esche, Böckmann Anhänger-Center Bützow stellte den Trailer für das elf Meter lange und über eine Tonne schwere Schiff und Kai Priebe mit seiner motorgetriebenen Segelyacht konnte als Begleitboot gewonnen werden.

Aus dem Logbuch der aus Tim Strauch, Christian Hein, Klaus Lutz, Christian Ewert, Jürgen Strauch, Jürgen Krohn, Martin Hein und Fritz Hoßmann bestehenden Crew vom Kanuclub Bützow: Die Nebelschwaden auf der Unterwarnow haben sich verzogen, die Silhouette von Rostocks Altstadt mit Petrikirche, Lange Straße zwischen Marienkirche und Kröpeliner Tor sind auf der gegenüber liegenden Uferseite deutlich zu erkennen. Südwest 3-5, in Böen 7 sagt der Wetterbericht an.

Spannung liegt in der Luft. Wird uns alles wie geplant gelingen? Die Taue lösen und mit kräftigen Ruderschlägen verlässt das Schiff den Anleger am Yachthafen in Gehlsdorf. Nach einem Kilometer wird der Kurs von West auf Nord geändert. Eine schwache Brise weht, das Wasser der Unterwarnow kräuselt ein wenig. Das Segel wird gesetzt und mit ganz langsamer Fahrt zieht das Schiff unmittelbar neben der Fahrrinne an den Villen des Gehlsdorfer Ufers vorbei. Bramow und der ehemalige Fischereihafen Marienehe werden passiert. Und der Wind wird stärker. Das Schiff kommt in Fahrt.

An Backbord in Schmarl kommt die Dresden, ein ehemaliger Frachter der Deutschen Seereederei in Sicht, an Steuerbord hat eine finnische Fähre festgemacht.


Eine Nussschale gegen die AIDAmar


Dunkle Wolken ziehen vor die Sonne, der Wind frischt mächtig auf, das Schiff neigt sich auf die Steuerbordseite und beginnt leicht zu rollen, doch es liegt stabil. Keine Panik. Tim schneidet in aller Seelenruhe Schinken und Schwarzbrot für die Crew auf. „Vier Knoten“, ruft uns Kai Priebe zu.

Während sich die Männer noch stärken, heißt es für den Steuermann, langsam die Fahrrinne von Steuerbord auf Backbord zu queren. Zwei Entgegenkommer, Hafenrundfahrschiffe von Warnemünde nach Rostock, lassen wir passieren.

Nun wird das Schiff von den roten Tonnen zu den grünen Tonnen auf die linke Seite der Fahrrinne gesteuert. Der Kapitän eines überholenden Fahrgastschiffes eilt von seinem Ruder in die Nock und gestikuliert. Haben wir was falsch gemacht? Die Schiffsführer eines von Achtern heranbrausenden Polizeibootes winken sehr freundlich.

Ist wohl doch alles okay. Ein riesiger Schlepper vor uns dreht an der Warnowwerft und will auf unserem Kurs zurück. Was nun? Wir haben keine Bremse. Doch der Kapitän lässt uns passieren. Unmittelbar vor uns taucht dann das Kreuzfahrschiffterminal auf.

Für die Passagiere der AIDAmar, die über uns im scheinbar achten Stock eines Hochhauses an der Reling stehen, müssen wir wohl eine Nussschale sein. Vorbei an der Yachthafenresidenz Hohe Düne und unmittelbar vor dem Ende der Mole drehen wir ab in den Alten Strom zu Backfisch-Udo. Das Publikum eines musikalischen Frühschoppens ist schier aus dem Häuschen, als das originelle Schiff als Background der Band an der Pier vorbei zieht. „Ist das ein Eigenbau?“, tönt es von einem Kutter. „Ja!“ rufen wir zurück und die Daumen der Fischer gehen anerkennend hoch. Die Anerkennung gebührt jedoch nicht uns, sondern dem Berufsbildungsverein Bützow um Peter Müller und Rochus Richter.

Bei Backkfisch-Udo lassen wir es uns anschließend schmecken und schon werden neue Pläne geschmiedet.


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