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Jubiläum : Bützower Verein feiert 25. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Vor 25 Jahren wurde der Bützower Berufsbildungsverein mit Sitz in Steinhagen gegründet

In einer der großen Hallen wird noch gemalert. An den Schautafeln hängen Artikel der SVZ und hunderte Fotografien. Zu fast jeder könnte Peter Müller eine Geschichte erzählen. Der Geschäftsführer des Bützower Berufsbildungsvereins (BBV) gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins. Anfang Juni feiert der BBV in dieser Halle sein 25-jähriges Bestehen.

Rückblende: Frühjahr 1991. In der Maschinenbau GmbH Steinhagen, Nachfolgerin des Kreisbetriebes für Landtechnik (KfL), erlernen 64 Auszubildende den Beruf des Landmaschinenschlossers. Doch dem Unternehmen geht es nicht gut. „Viele Firmen hatten zu dieser Zeit, kurz nach der Wende, Liquiditätsprobleme oder meldeten Insolvenz an“, erzählt Peter Müller. Doch was passiert mit den Auszubildenden, mit den vielen Jugendlichen? Eine überbetriebliche Ausbildungsstätte sollte sie auffangen – die Geburtsstunde des Bützower Berufsbildungsvereins. Gründungsmitglieder waren Vertreter der Maschinenbau GmbH, der Möbelwerke Bützow, des Ausbildungs- und Umschulungszentrums Schwaan, der Ostseesparkasse, der Stadt Bützow und des Landkreises Bützow sowie der Bützower Heinrich Erdmann, der erster Geschäftsführer wurde.

Zunächst waren es die 64 angehenden Landmaschinenschlosser, die ihre Ausbildung abschließen sollten. Peter Müller, damals Ausbildungsleiter, ging Klinken putzen, versuchte immer wieder Gehör zu finden bei Landes- und Bundespolitikern. Der Verein bekommt 270 000 D-Mark, um die 64 jungen Leute zum Lehrabschluss zu führen. Längst war die Situation auf dem Arbeitsmarkt hart, die Arbeitslosigkeit stieg. „Die Menschen mussten sich neu orientieren, umschulen“, so Peter Müller.

Genau dort setzte der Verein an und überzeugte mit seinem Konzept. „Wir bekamen 1,2 Millionen Euro Fördermittel zum Umbau der Hallen des ehemaligen KfL zu Arbeits- und Lehrwerkstätten“, blickt der Geschäftsführer auf die Anfänge zurück. Die Voraussetzung um die Ausbildung zum Tischler, Maler, Zimmermann, Gas- und Wasserinstallateur, Maurer und Gärtner anbieten zu können. Später folgte auch noch ein Schweißkabinett.

Das alles hat bis heute Bestand. Müller, seit 1994 Geschäftsführer, suchte immer wieder neue Aufgabenfelder, um den gemeinnützigen Verein am Markt zu halten. So schlossen im Jahr 2000 zwölf Männer und eine Frau aus Bosnien, alle Asylbewerber, eine Ausbildung in Steinhagen ab, gingen dann zurück in die Heimat und bauten dort zum Teil selbst Handwerksbetriebe auf, erzählt Müller.

Heute fängt der Verein unter anderem Jugendliche auf, die aufgrund von Lernschwierigkeiten oder Verhaltensauffälligkeiten zunächst keine Chance in Handwerksbetrieben haben. „Die Firmen haben oftmals auch nicht die Zeit, sich mit solchen Jugendlichen zu beschäftigen“, sagt Peter Müller. Dem 72-Jährigen schwebt vor, dass Jugendliche einen einjährigern Bildungseinstieg im BBV absolvieren, um sie dann in Handwerksbetriebe zu überführen.

Seit 1991 haben insgesamt 740 Frauen und Männer beim BBV eine Ausbildung abgeschlossen, mehr als 2100 wurden umgeschult.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 05:00 Uhr

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