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im Ehrenamt : Bützower Tafel: Neustart geglückt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

16 Frauen und Männer kümmern sich ehrenamtlich um 370 hilfsbedürftige Menschen in der Region Bützow und Schwaan

von
erstellt am 07.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Die Regale waren lange nicht mehr so voll wie in diesen Tage in den Räumen der Bützower Tafel. Auch gestern konnten die ehrenamtlichen Mitstreiter um Christina Rohde den vielen hilfsbedürftigen Menschen aus Bützow und der Region Brot, Obst, Gemüse, Milcherzeugnisse und Fleisch mit nach Hause geben. Von den Querelen zu Jahresbeginn, die sogar dazu führten, dass die Ausgabestelle der Tafel für eine Woche ganz geschlossen werden musste, ist nichts mehr zu spüren. „Es sind alle hochmotiviert und es macht wieder richtig Spaß“, sagt Christina Rohde, bei der jetzt die organisatorischen Fäden zusammenlaufen. Doch sie sieht sich nicht als Chefin. „Bei uns ist jeder gleichberechtigt. Schließlich machen wir das alle ehrenamtlich“, so die Bützowerin.

Ein Ehrenamt, das mittlerweile für viele der 16 Frauen und Männer fast zum Vollzeit-Job geworden ist. „Die ersten beginnen morgens um 7.30 Uhr und dann geht es bis weit nach 14 Uhr“, erzählt Christina Rohde. Sie und ihre Mitstreiter sind froh, dass Verkaufseinrichtungen und Lebensmittelproduzenten wieder mehr aussortierte Waren zur Verfügung stellen. Doch das hat auch seinen Preis. Rund 25 Supermärkte und Betriebe werden wöchentlich angefahren. Die befinden sich nicht nur in Bützow, Schwaan und Umgebung, sondern es geht auch nach Kröpelin, Bad Doberan, Elmenhorst oder Kühlungsborn. „Rund 1000 Kilometer in jedem Monat“, so Rohde.

Eines der beiden Fahrzeuge wird dabei jetzt von einem Ein-Euro-Jobber gefahren. Da hat der Demokratische Frauenbund (dfb) dem Verein unter die Arme gegriffen, die Beschäftigungsmaßnahme beantragt und regelt auch die Abrechnung. „Wir haben ihn zunächst für ein halbes Jahr. Doch wir wissen, es wird auch eine Verlängerung für ein weiteres halbes Jahr geben“, sagt dfb-Vorsitzende Antje Wolff.

Diese Hilfe sei wichtig, sagt Christina Rohde. Ebenso ist sie froh, dass mit dem Neustart der Bützower Tafel im Februar auch vier Männer tatkräftig mit anpacken. Denn die tägliche Arbeit ist alles andere als leicht. „Allein im März haben wir rund 5000 Kilogramm Lebensmittel bewegt“, erzählt Christina Rohde. Die Waren müssen entladen, gewogen, kontrolliert und in die Regale sowie Kühltruhen einsortiert werden. Anschließend steht eine Reinigung an, damit zur Ausgabe auch alles sauber ist.

370 Menschen in der Region Bützow und Schwaan profitieren wöchentlich von der Bützower Tafel. „Denn mittlerweile ist das Angebot so gut, dass wir wieder jede Woche Lebensmittel ausgeben“, erklärt Rohde. Eine Zeit lang konnte die Ausgabe nur vierzehntäglich stattfinden.

Jeder, der das Angebot der Tafel nutzt, zahlt pro Ausgabe 2,50 Euro. Für jedes weitere Familienmitglied kommen 50 Cent dazu. „Ab 1. Mai werden wir das auf einen Euro erhöhen“, erklärt Rohde. Man komme nicht umhin, denn die Kosten für die Autos, das Benzin, die Versicherungen, die Energie usw. müssen getragen werden. Man liege da im Vergleich zu anderen Tafeln eher am unteren Ende. Lebensmittel bekommt nur, wer auch ein entsprechenden Berechtigungsschein vorlegen kann. Das gelte für alle.

Christina Rohde und ihre Mitstreiter sind froh, dass in den zurückliegenden Wochen wieder alles ins richtige Fahrwasser gekommen ist. Parallel dazu gilt es nun auch, den Verein insgesamt neu aufzustellen. Deshalb gibt es am 4. Mai auch eine Jahreshauptversammlung. Dann soll ein neuer Vorstand gewählt, über die weitere Zukunft des Vereins diskutiert werden.

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