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Tornado : Bützower Stiftskirche schwer gezeichnet

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Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Seit einem Jahrzehnt wird die Stiftskirche saniert, ist nationales Kulturdenkmal /Nun muss vieles von neuem begonnen werden / Heute finden umfangreiche Sicherungsmaßnahmen statt

von
erstellt am 07.Mai.2015 | 12:00 Uhr

Mit seinen 71 Metern ist der Turm der Stiftskirche der höchste Turm der Stadt. Von Weitem ist er sichtbar, weist Einheimischen und Gästen den Weg nach Bützow, führt sie in die Innenstadt, die am Dienstagabend in wenigen Minuten so schwer verwüstet wurde.

Ein Tornado hat auch das stolze Wahrzeichen nicht verschont, hat es schwer gezeichnet. Das Ausmaß des Schadens wird am Mittwochvormittag abgeschätzt. Immer mit dabei Architekt Hartmut Böhnke, der von Anfang an die Sanierung begleitete. „Der Tornado hat das Dach des Kirchturmes angehoben, leicht gedreht und verschoben. Drei Schildgiebel weisen Risse auf“, erklärt der Experte.

Heute wird ein Gerüst aufgestellt. Dann sollen die genauen Schäden analysiert und die Reparatur angegangen werden.

Anders das Kirchenschiff. Die Statik sei in Ordnung. Die Eindeckung ist erheblich beschädigt. Wie viel davon ausgebessert und was komplett neu gedeckt werden muss, auch das muss noch genau begutachtet werden. Zunächst wird das Dach mit Planen bespannt. „Es gäbe nichts Schlimmeres, als wenn jetzt Regen reinkommen würde“, so Böhnke. Pastor Karl-Martin Schabow ist mit dem Rad unterwegs. Eine Frau kommt auf ihn zu: „Herr Pastor, kommen sie her, ich muss sie erst einmal drücken“, sagt sie. Es sei unfassbar, was mit der Kirche passiert sei, nachdem, was alles in den vergangenen Jahren gemacht wurde, erklärt die Frau ist den Tränen nahe.

„Wie viel Geld haben wir in den zurückliegenden elf Jahren investiert“, sagt Schabow. „Und in einem Augenblick ist alles hin. Doch am Ende ist es nur Geld.“ Ihm sei viel wichtiger, wie viele Menschen in diesen vielen Jahren Anteil genommen haben. „Menschen die ich, die wir kennenlernen durften. Das ist das, was zählt, was uns keiner nehmen kann“, gewinnt der Pastor auch in diesen schweren Stunden der Situation etwas Positives ab.

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