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Kein Platz für Nazis : Bützow steht zu den Flüchtlingen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Menschen der Region Bützow protestieren gegen Demonstration der rechten Szene. Ein Plakat mit eindeutiger Botschaft ziert den Kirchturm.

von
erstellt am 05.Okt.2015 | 06:30 Uhr

Mit einem bunten, schrillen Protest setzte  Bützow am Sonnabendnachmittag ein deutliches Zeichen: Flüchtlinge sind in der Warnowstadt auch weiterhin willkommen. Rund 70 Frauen, Männer und Jugendliche schlossen sich dem Aufruf des Aktionsbündnisses „Eine Blume für Bützow“ an und richteten an der Kreuzung Gartenstraße/Rühner Landweg eine bunt geschmückte Festwiese ein. Luftballons wurden aufgeblasen, Blumen verteilt, es gab Kuchen und Kaffee, Spiele für die Kinder. Und es gab viele Gespräche zur derzeitigen Flüchtlingspolitik.

Die Festwiese des Demokratiebündnisses war eine Station einer Gruppe von Asylgegner der rechten Szene, die eine Demonstration angemeldet hatten. Nach Angaben der Polizei zogen rund 150 Teilnehmer vom Bützower Schloßplatz durch Bützows Straßen, skandierten deutlich fremdenfeindliche Parolen.

Als sich der Zug in Bewegung setzte, begannen die Glocken der Bützower Stiftskirche zu läuten. Und hoch oben am Kirchturm konnte jeder lesen, was Bützow von diesem Aufzug hält. „Kein Platz für Nazis“ stand dort in mannshohen Lettern. „Das ist meine Botschaft“, so Bützows Pastor Karl-Martin Schabow.  Von Anfang an waren sich die Mitglieder vom Bützower Demokratiebündnis einig: Man wolle sich nicht provozieren lassen, aber auch deutlich machen, dass man den Ewiggestrigen nicht ohne Gegenprotest das Feld überlässt. So wurde über die sozialen Netzwerke und persönlichen Kontakte in kurzer Zeit diese Aktion organisiert.

Im Sommer vergangenen Jahres waren die ersten Asylbewerber nach Bützow gekommen. 55 waren es im Herbst, die in Bützow dezentral untergebracht wurden. Mittlerweile sind es rund 200, überwiegend Familien, so Bützows Bürgermeister Christian Grüschow. „Sie sind in Wohnungen der Wohnungsgesellschaft und der Wohnungsgenossenschaft untergekommen. Aber es gibt auch private Wohnungseigentümer, die den Kriegsflüchtlingen eine Bleibe bieten.“

Grüschow  wiederhole es immer wieder in Gesprächen. Auch wenn man solche Aufzüge der gewaltbereiten Szene nicht gutheißen könne, eine Demokratie müsse das aushalten. Wichtig sei, dass man denen nicht das Feld überlässt, die die durchaus angespannte Situation für ihre Zwecke nutzen wollen, um andere auf ihre Seite der rechten Gesinnung zu ziehen.

„Wir wollen einfach zeigen, dass bei uns weiterhin alle  Flüchtlinge willkommen sind, dass Bützow weltoffen und tolerant ist, dass wir gemeinsam helfen wollen, bei allen Problemen die es gegenwärtig gibt.“

„Der Aufzug nahm einen weitgehend störungsfreien Verlauf und war gegen 13.45 Uhr beendet“, so Güstrows Polizeisprecher Gert Frahm.  „Es wurden zwei Anzeigen gegen Teilnehmer des Aufzugs wegen Verstoßes gegen Versammlungsauflagen bzw. das Vermummungsverbot aufgenommen. Über 100 Beamte sorgten in der Zeit für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit in Bützow“, so das Fazit der Polizei.

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