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Interkulturelle Woche : Bützow engagiert sich für Toleranz

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Fest der Kulturen auf dem Bützower Sportplatz bringt Menschen zusammen

von
erstellt am 29.Sep.2016 | 05:00 Uhr

Anlässlich der Interkulturellen Woche veranstalteten Die Malteser in Zusammenarbeit mit dem lokalen Bündnis „Eine Blume für Bützow“, der Polizei Güstrow und der Feuerwehr ein Fest der Kulturen auf dem Sportplatz des TSV Bützow.

Bei gegrilltem afghanischen Kebab, ukrainischen Blinys-Pfannkuchen und Halal Bratwürsten konnten Jung und Alt das Zusammensein genießen. Kinder konnten sich schminken lassen, Torwandschießen oder ihre Kräfte im Tauziehen messen. Die Polizeidirektion Güstrow war mit einem Streifenwagen und einem Fahrrad-Verkehrsgarten vor Ort wo Kinder ihre Fertigkeiten mit dem Rad testen und sich auf den Fahrradpass in der vierten Klasse vorbereiten konnten. Die Übungen kamen bei den Kindern gut an. Polizeioberkommissarin Carola Johannsen aus Güstrow sagte über den Slalom: „Wir freuen uns sehr darüber, dass es so gut angenommen wird.“ Mit ihrem Kollegen nutzt sie die Chance um den Kindern die Verkehrserziehung der Grundschule nahe zu bringen. Gefahren wird natürlich nur mit Helm, so die Polizistin.

Das Fest genossen auch Nelia Danjlenko und Achmad Reza Yousefi, die den Besucher Speisen aus ihren Heimatländern servierten. Nelia Danjlenko kommt aus der Urkaine und findet Bützow „besser als Kiew“. Auch Achmad Reza Yousefi gefällt Bützow gut, vor allem die Ruhe und der Frieden. Er floh aus Afghanistan.

Eine ähnliche Geschichte haben die kurdischen Brüder Farho zu erzählen. Sie kommen aus Al-Hasaka in Syrien, flohen dort vor zwei Jahren wegen des um sich greifenden Krieges nach Deutschland. Dersm Farho würde gerne seinem älteren Bruder Rodi nacheifern und Jura studieren. Das Abitur hat er in Syrien bereits begonnen und möchte es nun in Deutschland gerne fortsetzen. Allerdings ist den Brüdern wegen noch fehlender Aufenthaltsgenehmigungen der Zugang zu Schule und Arbeitsmarkt versperrt. Beide sprechen schon gut Deutsch. Ihr Wunsch wäre es, endlich etwas zu tun und sich ein Leben in Deutschland aufbauen zu können. Und obwohl sie sich in Bützow wohl fühlen, fehlt ihnen auch das Leben in einer großen Stadt wie ihrer einstigen Heimatstadt. Al-Hasaka hatte vor dem syrischen Bürgerkrieg fast   200  000 Einwohner. „Hamburg wäre schön“, so Dersm Farho.

Das Fest der Interkulturellen Woche wurde auch von der Freiwilligen Feuerwehr Bützow unterstützt, die mit einem Einsatzwagen kurze Fahrten am Sportplatz anbot, was bei den Kindern auf große Begeisterung stieß. Auch gern genutzt wurden Dosenwerfen, das Bemalen von T-Shirts und die Ballontiere. Ein Zauberer unterhielt die Kinder mit seinen Tricks.

Am Ende des Festes war Achmad Reza Yousefis Sohn Benjamin sichtlich erschöpft und doch zufrieden. Zufrieden zeigten sich auch die Organisatoren. Philipp Benn von den Maltesern zieht ein positives Fazit der Veranstaltung: „Eigentlich war das Wetter anfangs etwas ungünstig, aber dafür kamen wirklich viele Besucher. Vor allem viele Kinder aus dem Hort oder Schulklassen besuchten uns.“ Das Ziel, die Kulturen anzunähern sei also erreicht worden, so Benn.

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