Bützow : Bützow droht ein Verkehrschaos

Der Verkehr wird zeitweise über die Schloßstraße umgeleitet (orange gekennzeichnet).
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Der Verkehr wird zeitweise über die Schloßstraße umgeleitet (orange gekennzeichnet).

Sanierungsarbeiten Vor dem Rühner Tor sollen im Herbst beginnen. Autos werden über die Schloßstraße aus der Innenstadt geleitet

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12. Mai 2017, 05:00 Uhr

Der Starttermin für den lange geplanten Ausbau der Straße Vor dem Rühner Tor steht fest: Die Arbeiten sollen noch diesen Herbst beginnen und ein Jahr darauf beendet werden. Darüber informierte das Straßenbauamt Stralsund jetzt in einer Bürgerversammlung im Rathaus. Richtig konkret könne der Baubeginn noch nicht festgelegt werden, geplant sei er aber für September oder Oktober, so der zuständige Dezernent Manfred Borowy.

Die Maßnahme beinhaltet den Bau eines Kreisverkehrs als Knotenpunkt zwischen der Rühner Straße, Vor dem Rühner Tor und An der Bleiche, eines kombinierten Geh- und Radweges sowie eines straßenbegleitenden Gehwegs. Ebenfalls Bestandteil des Bauprojektes ist der Neubau der Aalfangbrücke. Die Behelfsbrücke wird durch einen Ersatzneubau mit einer Spannweite von 13 Metern ersetzt.

Der Umfang der Arbeiten bedeutet während der Bauphase vor allem eins: erhebliche Einschränkungen im innerstädtischen Verkehr. Denn während der ersten Bauphase wird die Straße Vor dem Rühner Tor voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt dann mit einer Ampelregelung über die Schloßstraße – den derzeit zentralen Knotenpunkt zur Innenstadt. Die Rühner Straße ist bis zum geplanten Kreisverkehr befahrbar, eine Wendemöglichkeit für Lkw gebe es jedoch nicht, sagt Manfred Borowy. Für die Anwohner An der Bleiche wird es einen einspurigen Baubehelf geben.

Während der zweiten Bauphase, dem Abriss der Behelfsbrücke, wird der Zwei-Richtungs-Verkehr Vor dem Rühner Tor freigegeben.

Die Umleitung über die Schloßstraße sorgte bei den Teilnehmern der Bürgerversammlung für Skepsis. Durch die Grundschule sei morgens jetzt schon immer „die Hölle los“, merkte ein Anwohner an, der sich für eine zweite ausgeschilderte Umleitung über die Gartenstraße aussprach. Eingeplant hatte das Straßenbauamt diese Lösung bislang nicht, aber „es spricht nichts dagegen, diesen Hinweis mitzunehmen“, so Borowy.

Im Zuge der Planungen beauftragte das Straßenbauamt zudem ein Ingenieurbüro mit einem Schallschutzgutachten, das die Situation nach Fertigstellung der Straßensanierung prognostiziert. Als Basis diente eine Vielfalt an Daten wie die Verkehrsstärke bei Tag und Nacht, die Reflexion von Schallquellen an Hausfassaden oder der Lkw-Anteil am Verkehr.

Das Ergebnis: Zwölf von 33 Gebäuden sind durch die dann zweispurige Straßenführung von Verschlechterungen hinsichtlich Verkehrslärm betroffen. „Das bedeutet, die Eigentümer haben grundsätzlich Ansprüche auf Lärmschutz“, erklärte Ralf Baumgärtel vom Ingenieurbüro ISU Plan, das für das Gutachten verantwortlich war. Aktive Maßnahmen wie das Errichten von Lärmschutzwänden seien in diesem Fall ausgeschlossen, Lösungen am Gebäude seien der einzige Weg. Wie genau diese aussehen, müsse durch eine individuelle Bestandsaufnahme geklärt werden.

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