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Bützower Zeitung

24. November 2017 | 05:05 Uhr

Tornado : Bützow am Tag danach

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Dachdecker, Bauexperten und Anwohner bauen die Warnowstadt nach der Sturm-Katastrophe wieder auf

von
erstellt am 06.Mai.2015 | 21:30 Uhr

Eine Stadt steht zusammen. Was seit Dienstagabend in Bützow passiert ist, ist beispiellos. Als die Sonne am Mittwoch aufgeht und der Blick der Bützower in den strahlenden Morgenhimmel geht, scheint es unwirklich, was keine zwölf Stunden zuvor passiert ist. Wer in die Bützower Innenstadt kommt, dem wird sofort wieder das ganze Ausmaß der Katastrophe bewusst.

Doch lange ausharren, das gibt es nicht. Wo man anpacken kann, wird sofort angepackt. „Man muss nicht warten, dass irgend jemand von der Stadt kommt, die haben genug zu tun“, sagt Friedhelm Strauch. Der Inhaber eines Wachschutzunternehmens rief andere Unternehmer an. „Die Firma Fahning stellte mir morgens um 5 Uhr einen Container hin, Mario Kajewski brachte Motorsägen vorbei, und von Riemer & Co. packten alle mit an“, so der Bützower.


Grenzenlose Hilfsbereitschaft


Es ist erstaunlich, wie schnell am frühen Vormittag Dachdeckerfirmen vor Ort sind, darauf warteten loszulegen. Viele Bützower machen da weiter, wo sie am Abend kurz vor Mitternacht aufgehört hatten: Sie schnappen sich Besen und Schaufeln, räumen den Schutt zur Seite. Karin Krawczyk aus der Ausfallstraße zeigt sich ganz gerührt. „Mein Mann liegt auf der Pflegestation. Ein mir Unbekannter kam am Dienstag und hat mir beim Aufräumen geholfen“, erzählt die Rentnerin. Das Dach ihres Hauses ist komplett verschwunden. „Heute morgen um Acht war gleich die Versicherung da. Und es ist toll wie die Bützower zusammenstehen.“

Koordiniert durch die Einsatzleitstelle dauert es nicht lange, bis die ersten Drehleitern der Feuerwehren aus Bützow, Güstrow, Bad Doberan und von der Berufsfeuerwehr Rostock ausgefahren waren, um die Gefahr herabfallender Dachziegel und Gebäudeteile zu bannen. Containerfahrzeuge rollten an, denn irgendwo muss der Bauschutt hin.

Auf dem Kirchenplatz ist eine Gruppe von Asylbewerbern dabei, den Schutt zu beräumen, denn ein großer Teil des neu gedeckten Kirchenschiffs hat dem Tornado nicht widerstanden. „Die Asylbewerber sind von sich aus gekommen, haben gefragt, ob sie helfen können“, erzählt Sozialbetreuer Christian Schapat.

Im Ellernbruch und in der 2. Ausfallstraßen sind Landwirte der Region im Einsatz. „Wenn Not ist, muss geholfen werden“, sagt Frank Gendig von der Agrargenossenschaft Selow. Alles in der Runde nickt. Sechs Männer der Hobel-Meiners GbR aus Horst einschließlich der Chef und Mitarbeiter von Landwirt Hubertus Schulz aus Qualitz sind mit ihrer Technik vor Ort. Gleich mit sechs Fahrzeugen sowie schwerer Technik und vielen Mitarbeitern ist Landwirt Jochen Walter aus Hohen Luckow nach Bützow geeilt, um beim Aufräumen zu helfen.

Auch das gibt es: grenzenlose Hilfsbereitschaft. Bereits Dienstagabend erreicht die SVZ-Redaktion eine E-Mail: „Wir haben Platz in unserer Ferienwohnung“, schrieb Isolde Bretting aus Passin. Nachts um 2.30 Uhr bringt die Einsatzleitstelle drei Bützower dort unter. „Eine älteres Ehepaar wird bleiben, so lange es notwendig ist“, sagt die Passinerin.

Bützow und die Region steht zusammen ...

 

 

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